Wer folgt auf Schulz?

SPD berät über Nachfolgeregelung

In der SPD wächst massiver Widerstand dagegen, dass Fraktionschefin Nahles zur kommissarischen Parteivorsitzenden berufen wird. Nach Informationen des rbb hat im Berliner Landesvorstand nahezu einhellig die Auffassung geherrscht, dass zunächst einer der Stellvertreter von Parteichef Schulz die Partei führen soll.

Der Block vor dem Willy Brandt Haus, dem Sitz der Bundes-SPD, wird von einem Scheinwerfer angeleuchtet © dpa/Paul Zinken
Der Block vor dem Willy Brandt Haus, dem Sitz der Bundes-SPD, wird von einem Scheinwerfer angeleuchtet | © dpa

Die Spitzengremien der SPD beraten heute darüber, wie die Nachfolge von Parteichef Schulz geregelt werden soll. Zunächst trifft sich das Parteipräsidium, später der Vorstand.

Ursprünglich war geplant, dass Schulz den Vorsitz vorzeitig und kommissarisch an Fraktionschefin Nahles abgibt. Dagegen formiert sich aber immer mehr Widerstrand. Neben dem Berliner Landesverband kommen kritische Äußerungen auch vom Landesparteirat in Schleswig-Holstein und dem Landesverband Sachsen-Anhalt.

Der Regierende Bürgermeister und Berliner SPD-Chef, Michael Müller, sagte dem rbb, die vorübergehende Führung der Partei sei Aufgabe der stellvertretenden Vorsitzenden. Später müssten die Delegierten auf einem Bundesparteitag über den Parteivorsitz entscheiden. Es gebe in der Berliner SPD große Unterstützung für Nahles, aber man wünsche sich ein anderes Verfahren als die kommissarische Ernennung.

Über die Gremiensitzung in der SPD sprachen Sonja Koppitz und Max Spallek mit Angela Ulrich aus dem ARD-Hauptstadtstsudio.


Inzwischen hat die Flensburger Oberbürgermeisterin Lange im ARD-Mittagsmagazin bekräftigt, dass sie sich ebenfalls um den Parteivorsitz bewerben will. Es gehe ihr darum, Alternativen zu Nahles aufzuzeigen, sagte Lange. Auf radioeins forderte sie, die Kritik der Parteibasis ernst zunehmen. Es sei ein Denkfehler zu glauben, mann könne Unmut in der Partei unterdrücken. Vorschläge der Parteibasis müssten ernst genommen werden.