Recherche von NDR und DER SPIEGEL

Günstiges Separatorenfleisch in Geflügelwurst

Deutsche Hersteller von Geflügelwurst sollen Separatorenfleisch in Geflügelwurst und anderen Geflügelfleischprodukten verwendet haben, ohne dies wie vorgeschrieben zu kennzeichnen, das ergab eine gemeinsame Recherche von NDR und DER SPIEGEL. Die beschuldigten Firmen des Schlachtkonzerns Tönnies dementierten.

Wurstscheiben in einer Plastikverpackung © IMAGO / Westend61
Wurstscheiben in einer Plastikverpackung | © IMAGO / Westend61

Bei Separatorenfleisch handelt es sich um grob zerkleinerte Knochen mit Fleischresten, die durch Lochscheiben gepresst werden. Knochensplitter und Knorpelteile bleiben hängen, alle weichen Teile wie etwa Muskulatur, Fett und Bindegewebe oder auch Rückenmark werden abgepresst. Dabei entsteht eine breiartige Masse, die nur Centbeträge pro Kilogramm kostet.

Hierfür hätten Laboruntersuchungen "Indizien geliefert", berichteten NDR und Der Spiegel. Die beschuldigten Firmen des Schlachtkonzerns Tönnies dementierten. Sie erklärten, sie lehnten den Einsatz von Separatorenfleisch aus qualitativen Gründen ab. Sie zweifelten die Untersuchungsmethode an.

NDR und DER SPIEGEL ließen 30 Geflügelwurst- und Geflügelfleischproben verschiedener Hersteller untersuchen. Der Bremerhavener Hochschulprofessor Stefan Wittke habe ein neues Verfahren entwickelt, um Separatorenfleisch in Wurstprodukten nachzuweisen, berichteten die Medien. Bislang sei dies kaum möglich gewesen.

Wir sprechen mit Johannes Edelhoff vom NDR.

Wurstscheiben in einer Plastikverpackung © IMAGO / Westend61
IMAGO / Westend61
Download (mp3, 5 MB)