"Fridays for Future"

Schülerbewegung entfacht Debatte um Schulpflicht

Seit mehreren Wochen gehen junge Menschen weltweit freitags auf die Straße, anstatt die Schule oder die Universität zu besuchen. Sie fordern von ihrer jeweiligen Regierung eine bessere Klimapolitik und einen echten Klimaschutz. Dafür lassen Sie ihren Unterricht ausfallen. Bundeskanzlerin Merkel lobt die Schülerdemonstrationen - auch der Lehrerverband glaubt an die Ernsthaftigkeit der Schüler, sieht aber einen Spagat wegen der geltenden Schulpflicht.

Schüler protestieren mit einem Schild mit der Aufschrift "Das Klima aussichtsloser als unser Mathe-Abi" auf einer Demonstration für den Klimaschutz © dpa/Britta Pedersen
Schüler protestieren mit einem Schild mit der Aufschrift "Das Klima aussichtsloser als unser Mathe-Abi" auf einer Demonstration für den Klimaschutz | © dpa/Britta Pedersen

Die Klimaschutz-Bewegung "Fridays for Future" bekommt immer mehr Unterstützung - auch z.B. aus der Wissenschaft. Mehr als 12.000 Forscherinnen und Forscher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erklärten gemeinsam, die jungen Menschen forderten zu Recht, dass sich die Gesellschaft "ohne weiteres Zögern" auf Nachhaltigkeit ausrichte. Ohne tiefgreifenden und konsequenten Wandel sei ihre Zukunft in Gefahr.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstützt die Schüler-Demonstrationen für mehr Klimaschutz. Sie begrüße es sehr, dass junge Menschen fordern, schnell etwas gegen die Erderwärmung zu tun, sagte Merkel in ihrem Videopodcast. Dabei ging sie aber nicht darauf ein, dass die Schüler für die Demonstrationen oftmals den Unterricht schwänzen.  

Mehrere Politiker von CDU, SPD und FDP bestehen darauf, dass die Schulpflicht eingehalten wird. So rufen unter anderem Bildungsministerin Anja Karliczek und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (beide CDU) dazu auf, lieber in der Freizeit auf die Straße zu gehen. Auch das Brandenburger Bildungsministerium hat Schüler im Land heute früh auf radioeins aufgefordert, für die Klima-Demos nicht die Schule zu schwänzen.

Über mögliche rechtliche Konsequenzen sprachen Sonja Koppitz und Max Spallek mit Olaf Werner. Er ist Rechtsanwalt für Schulrecht.

Schüler protestieren mit einem Schild mit der Aufschrift "Das Klima aussichtsloser als unser Mathe-Abi" auf einer Demonstration für den Klimaschutz © dpa/Britta Pedersen
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Derzeit versammeln sich Schüler vielerorts jeden Freitag unter dem Motto "Fridays for Future" - so auch am kommenden Freitag. Nach Angaben der Veranstalter gehen Schüler in mehr als 50 Ländern für eine bessere Klimapolitik auf die Straße. In Berlin demonstrieren die jungen Menschen am Freitag im Invalidenpark zwischen Bundeswirtschafts- und Bundesverkehrsministerium unweit des Naturkundemuseums.

Die Bewegung wurde vor etwa einem halben Jahr von der 16-jährigen Schwedin Greta Thunberg ins Leben gerufen.