Reaktion auf Corona

Programmchef Robert Skuppin über Veranstaltungstipps auf radioeins

Fast alle Veranstaltungen fallen wegen des Coronavirus ersatzlos aus. Straßenfeste werden gecancelt und Fußball wird mittlerweile vor leeren Rängen gespielt. Auch wir bei radioeins ziehen die Handbremse und werden in nächster Zeit nicht mehr auf Veranstaltungen hinweisen.

Robert Skuppin © radioeins/Schuster
Robert Skuppin | © radioeins/Schuster

Wieso, weshalb, warum, darüber informiert radioeins-Programmchef Robert Skuppin.

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Warum diese Entscheidung jetzt keine Veranstaltungstipps mehr zu senden?

Wir haben die letzten Tage darüber gesprochen, es haben sich auch Hörer bei uns gemeldet. Ihr wisst selber, was die Ärzte sagen, was die Politik sagt – große Veranstaltungen, auch mittelgroße Veranstaltungen, sind ja mittlerweile abgesagt. Es gibt immer noch ein paar Veranstaltungen – es ist tatsächlich so – aber wir haben uns unter Berücksichtigung dessen, was Ärzte sagen, auf dem, was Politiker empfehlen, eben auch gedacht, dass wir es mittlerweile auch wirklich für angeraten halten, dass wir gesamtgesellschaftlich so wenig, wie möglich, soziale Kontakte einfach haben – zum jetzigen Zeitpunkt – um einfach uns solidarisch zu halten an der Stelle.

Ihr wisst ja, die Aufgabe, die vor der Gesellschaft steht, ist tatsächlich die schnelle Ausbreitung dieses Virus zu verhindern. Und das kann man am besten, indem es sich möglicherweise nur sehr langsam fortpflanzt. Und das kann man wiederum am besten, indem man tatsächlich eben Menschenansammlungen, Veranstaltungen an der Stelle eben meidet oder im besten Falle finden sie gar nicht statt – so schade das ist natürlich.

Und für uns ist es deshalb schade, weil ihr wisst, wir waren ja quasi eine Eventmaschine. Wir werden es sicher wieder werden, davon gehe ich auch aus, aber jetzt ist diese Maschine gestoppt.

Für uns ist es schade, aber für die Veranstalter ist es natürlich eine Katastrophe. Wie sieht es da mit der Solidarität aus?

Wir haben mit vielen Veranstaltern darüber auch durchaus gesprochen, haben immer versucht auch noch Lösungen zu finden an der Stelle, d.h. dort wo es die Möglichkeit gibt, dass es Veranstaltungen vielleicht nicht ganz ausfallen müssen sondern nur verschoben werden, da haben wir gesagt, bieten wir natürlich Unterstützung an auch darauf hinzuweisen, dass man das zu einem anderen Zeitpunkt eben auch nachholt. Das ist auch, glaube ich, gut angekommen.

Es gibt dann sicher auch die Fälle, wo das ganze nicht klappt, wo es nicht möglich ist an der Stelle, aber ich glaube, dass mittlerweile die Veranstalter auch selber gemerkt haben, dass sie selber auch Schwierigkeiten haben diese Veranstaltung dann überhaupt noch durchzuführen. Teilweise kommen entweder die Menschen auch von alleine schon dann gar nicht mehr, teilweise gelingt es den Künstlern gar nicht mehr hierherzukommen, weil auch in Europa ja einfach auch der Flugverkehr mittlerweile auch schon zum großen Teil sehr eingeschränkt nur noch funktioniert. Und d.h. es sind jetzt ja auch nicht wir.

Wir haben nur entschieden, dass wir Veranstaltungen, die wir z.B. dauerhaft über Jahre hinweg auch mit präsentiert haben, die quasi mit uns fest verwurzelt sind, dass wir auch da sagen: wir wollen jetzt auch nicht mehr, dass die stattfinden und, dass wir uns stark dafür einsetzen, dass die zurzeit nicht stattfinden, und wir am Programm daran arbeiten, unseren Hörern dann andere Formen von Kultur und Unterhaltung nahe zu bringen. Daran arbeiten wir gerade massiv.

Wir überlegen gerade, ob wir Konzerte möglicherweise auch streamen können, Konzertmitschnitte auch senden können, ob wir mit Lesungen auch arbeiten oder vielleicht auch mit neuen und anderen Sendungen.

Das rbb-Fernsehen macht es ja z.B. schon vor. Dann können sie dann am Fernseher sitzen und um 20:15 Uhr mal eine Oper gucken, wo aber kein Publikum vorhanden sein wird. Das sind dann die neuen Corona-Zeiten.

Also: Bei radioeins gibt es bis auf weiteres andere Veranstaltungstipps – was man selbst lesen kann, was man an Musik hören kann, was wir für Sendungen an der Stelle eben auch haben. Wir definieren die Veranstaltungen jetzt etwas, was man auch zuhause am Radio konsumieren kann.