Hintergrund

Rechtsextremismus in Deutschland: "Eine ungeheure Bedrohung wächst heran"

Spätestens seit der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke wissen wir, dass es in unserem Land eine ernstzunehmende, gewaltbereite Szene von rechten Tätern gibt. ARD-Terrorismusexperte Georg Mascolo mahnt ein konsequenteres Vorgehen der Sicherheitsbehörden gegen rechtsextreme Gewalt an, da eine ungeheure Bedrohung heranwächst.

Demonstration rechter Gruppen unter dem Motto "Wir für Deutschland" © imago images/IPON
Demonstration rechter Gruppen unter dem Motto "Wir für Deutschland" | © imago images/IPON

Viele Menschen in Halle sind noch immer fassungslos über das, was in ihrer Stadt geschehen ist. Die Schüsse vor der Synagoge, der Tod von zwei Menschen - all das kling für viele noch immer unwirklich. Doch klar ist: Wieder gab es einen Anschlag, wieder gab es Tote, wieder kam der Anschlag von Rechts.

Die CDU-Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer sprach gestern nach dem mutmaßlich antisemitischen Anschlag von einem "Alarmzeichen", eine Einschätzung, die vor allen Dingen auf Twitter zu heftigen Protesten führte.

Der ARD-Terrorismus-Experte Georg Mascollo spricht dagegen von einer rechtsextremen Gewalt, die mit islamischen Terror gleichzusetzen ist. Deshalb sei das Gebot der Stunde eigentlich schon seit langer Zeit "Augen rechts" für die deutschen Sicherheitsbehörden. Zwar diskutierten diese ein ganzes Maßnahmenpaket, dessen Umrisse auch schon bekannt seien. Dennoch, so Mascolo, seien sowohl der Fall Lübcke als auch der Anschlag von Halle Warnsignal genug, dass "alle Behörden jetzt sehr schnell den Kampf gegen den rechtsextremen Terrorismus intensivieren" müssten.

Sonja Koppitz und Max Spallek sprachen mit Georg Mascolo darüber.

Demonstration rechter Gruppen unter dem Motto "Wir für Deutschland" © imago images/IPON
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