Angebliche Paketbenachrichtigungen

Betrugsmasche per Kurznachricht geht weiter

Immer mehr Nachrichten mit den Inhalten "Ihr Paket wurde verschickt. Bitte überprüfen und akzeptieren Sie es..." oder "Ihr Paket kommt an, verfolgen Sie es hier:..." und der Aufforderung auf einen dubiosen Link zu klicken sind im Umlauf. Dabei handelt es sich um Fake-SMS. Klicken sie bitte nicht auf den Link.

Neue Betrugsmasche über Paketbenachrichtigungen per SMS © radioeins
Neue Betrugsmasche über Paketbenachrichtigungen per SMS | © radioeins

Bundesweit werden seit Wochen SMS-Nachrichten mit angeblichen Paketbenachrichtigungen versendet. Alle Nachrichten enthalten einen Link, der jeweils von denen gängiger Paketdienstleister abweicht. Die SMS-Empfänger*innen sollen immer dazu gebracht werden, den Link anzuklicken und anschließend eine App, welche Schadcode enthält, zu installieren, die über das eigene Telefon dann noch weiter verbreitet wird. Wenn sie eine solche Nachricht bekommen, klicken Sie bitte nicht auf den Link!

Sonja Koppitz und Max Spallek sprachen darüber mit Stefanie Kahnert von der Verbraucherzentrale Brandenburg.

Maßnahmen, die Sie machen können, wenn Sie eine solche SMS bekommen haben:

 

  • Klicken Sie auf keinen Fall auf Links, die Ihnen von unbekannter Seite und unerwartet zugestellt werden. Sollten Sie den Absender tatsächlich kennen, fragen Sie auf alternativem Weg nach, was sich hinter dem Link verbirgt und ob der Versand beabsichtigt war

  • Bestätigen Sie keine Installation von fremden Apps auf Ihrem Smartphone. Besonders Android-Geräte sind hier gefährdert, da diese bei ungünstiger Einstellung eine Fremdinstallation und somit auch schädliche Apps zulassen

  • Deaktivieren Sie bei Android die Möglichkeit, unbekannte Apps installieren zu können. Ggf. ist in Ihrer Android-Version diese Funktion nicht mehr im Sicherheitsbereich zu finden. Geben Sie unter Einstellungen in der Suche „unbek“ an. Möglicherweise werden Sie nun in den Bereich „Unbekannte Apps installieren“ geführt, bei denen Sie einzelnen Apps diese Erlaubnis erteilen oder noch besser entziehen können. Ohne diese Erlaubnis können keine fremden Apps (also alles außerhalb des originalen App-Stores) installiert werden. Je nach Android und Smartphone kann diese Einstellung anders sein

  • Richten Sie unbedingt bei Ihrem Mobilfunkprovider die Drittanbietersperre ein, um weitere Kosten zu vermeiden. Diese kann kostenlos über den jeweiligen Service gebucht werden

  • iOS Nutzer dürften mit dieser SMS keine Probleme bekommen, da Apps nicht einfach so installiert werden können. Dennoch raten wir von einem Anklicken des Links ab

  • Wenn Sie eine oder ein paar wenige SMS (wie oben dargestellt) bekommen haben, dann muss es nicht bedeuten, dass Sie bereits die Schadsoftware installiert haben. Die Täter versuchen durch diese SMS ihre Schadsoftware, u.a. auch über die bereits infizierten Smartphones anderer Personen weiterzuverbreiten

  • Solange Sie unter Android den Link nicht angeklickt haben und die App installiert haben, ist Ihnen noch nichts passiert. Wichtig dabei ist, dass Sie die Installation von unbekannten Apps deaktiviert haben (siehe weiter oben)

Wenn Sie bereits geklickt, installiert und die SMS nun massenhaft bekommen/ggf. selber versenden:

 

  • Schalten Sie Ihr Smartphone in den Flugmodus

  • Informieren Sie Ihren Provider

  • Richten Sie, wenn nicht bereits geschehen, die Drittanbietersperre ein

  • Prüfen Sie, ob durch die SMS bereits Kosten zu Ihrem Nachteil verursacht wurden. Ggf. können Sie einen Kostennachweis bereits beim Provider einholen/erfragen

  • Erstatten Sie Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle. Bringen Sie dazu das Smartphone, Ggf. Screenshots(/Abfotografieren mit einem anderen Smartphone), Kostennachweise usw. mit

  • Starten Sie Ihr Smartphone im abgesicherten Modus und schauen Sie, welche Apps zuletzt/nicht bewusst von Ihnen installiert wurden. Diese Apps können Sie dann entfernen und das Smartphone neu starten. Die Möglichkeiten für den abgesicherten Modus können von Hersteller zu Hersteller abweichen

  • Im schlimmsten Fall hilft nur die Zurücksetzung in den Auslieferungszustand

Quelle: Landeskriminalamt Niedersachsen