Streaming-Dienst

Netflix feiert 25. Geburtstag

Vor einem Vierteljahrhundert ist Netflix als Versender von DVDs im kalifornischen Silicon Valley gestartet. Heute ist es die erfolgreichste kommerzielle Streaming-Plattform der Welt. Doch das Geschäftsmodell von Netflix steht auf wackeligen Beinen. Die Firma aus Los Gatos will in den kommenden Monaten neue Einnahmequellen erschließen.

Netflix-Taste auf einer Fernbedienung © imago/Becker&Bredel
Netflix-Taste auf einer Fernbedienung | © imago/Becker&Bredel

Netflix ist die erfolgreichste kommerzielle Streaming-Plattform der Welt und wurde vor 25 Jahren gegründet. Doch zum ersten Mal in seiner Firmengeschichte musste das Silicon-Valley-Unternehmen aus Los Gatos, südlich von San Francisco, im April einen Rückgang seiner Abonnenten-Zahlen vermelden. Gute eine Million zahlende Kund*innen haben im ersten Halbjahr ihr Abo gekündigt. Mit-Gründer und Netflix Reed Hastings mit einem Erklärungsversuch: "Wir haben eine ziemlich hohe Marktdurchdringung. Und das in Kombination mit dem Wettbewerb ist unserer Meinung nach der Grund für weniger neue Abonnenten und das geringere Wachstum."

Lange Zeit galt das Unternehmen als Wunderkind aus dem Silicon Valley, weil es das Verhalten seine Nutzerinnen und Nutzer konsequent auswertete, sagt Medien-Expertin Julia Alexander von Parrot Analytics: "Das Unternehmen hat seinen Investoren und der ganzen Welt erzählt, wir können vorhersagen, was das Publikum sehen. Wir wissen, welche Inhalte wir produzieren müssen." Genau dieser Spürsinn für neue innovative Stoffe funktioniert nicht immer.

Für mehr als 20 Milliarden Dollar im Jahr lässt der Streamer Serien, Dokus und Spielfilme produzieren. So viel wie kein andere Plattform oder Pay-TV Anbieter. Und das nicht nur in Hollywood.

Über 25 Jahre Netflix sprechen wir mit Leonard Novy. Er ist Leiter des Instituts für Medien- und Kommunikationsforschung IFM in Köln. Sein Institut betreibt eine Mediendatenbank und untersucht in einem regelmäßigen Ranking die Größe und Bedeutung von Medienkonzernen, darunter auch Netflix.

Netflix-Taste auf einer Fernbedienung © imago/Becker&Bredel
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Um erfolgreich zu sein, muss es Serien und Filme produzieren, die in großen Märkten wie Frankreich, Deutschland oder Spanien Gesprächswert erzeugen. Doch diese Strategie ist kostspielig, weil nicht alle Inhalte in anderen Ländern gleich gut funktionieren. Das größte Problem von Netflix ist aber, dass es bislang nur auf ein Standbein gesetzt hat: Die Abo-Einnahmen. Jetzt kommt die große Kehrtwende.

Ab nächstem Jahr will das Silicon-Valley Unternehmen ein vergünstigtes Abo anbieten, vermutlich für deutlich unter zehn Euro im Monat, dafür aber mit Werbeunterbrechungen.

Auch gegen das Teilen der Passwörter will das Unternehmen vorgehen. Es schätzt, dass gut 100 Millionen Menschen den Dienst nutzen, ohne zu zahlen. User*innen müssen künftig mit Zusatzgebühren rechnen, wenn Netflix entdeckt, dass das Passwort geteilt wurde.