Verkehrssicherheit

Lkw-Abbiegeassistenten können verpflichtend vorgeschrieben werden

In Berlin passieren immer wieder Unfälle, bei denen Radfahrer und Fußgänger durch abbiegende Lkw schwer verletzt oder getötet werden. Die sogenannten Abbiege-Assistenten warnen Lkw-Fahrer, wenn sich andere Verkehrsteilnehmer im toten Winkel befinden. Lastkraftwagen ohne Abbiege-Assistenten könnte die Einfahrt in Städte verboten werden. Zu dem Ergebnis kommt ein Gutachten im Auftrag der Grünen-Fraktion im Bundestag.

Fahrradfahrer fährt auf einem Radweg und wird von einem Lkw überholt © imago/Marius Schwarz
Fahrradfahrer fährt auf einem Radweg und wird von einem Lkw überholt | © imago/Marius Schwarz

Gestern wurde wieder eine Fahrradfahrerin von einem Lkw-Fahrer beim Abbiegen getötet. Möglicherweise konnte er sie nicht sehen. In diesem Fall hätte ein Abbiegeassistent helfen können, wenn einer in dem Lkw eingebaut gewesen wäre.

Experten, Aktivisten und mittlerweile auch der Bundesrat fordern schon länger, dass sowas Pflicht wird. Aber das Bundesverkehrsministerium sagt, die gesetzlichen Voraussetzungen seien international geregelt, darum könne Deutschland das nicht im Alleingang ändern und setzt lieber auf Freiwilligkeit. Selbstverpflichtung sozusagen. 

"Das stimmt so nicht ganz!", sagen die Grünen und berufen sich auf ein Gutachten, das sie vergangenen Dezember veröffentlicht haben. Demnach können Lkw-Abbiegeassistenten jetzt schon verpflichtend vorgeschrieben werden.

Stefan Gelbhaar von Grünen ist Obmann im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages und Sprecher für Städtische Mobilität. Katja Weber und Holger Klein sprachen mit ihm darüber.

Fahrradfahrer fährt auf einem Radweg und wird von einem Lkw überholt © imago/Marius Schwarz
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