Berlin

Scheeres wegen "Schulkrise" unter Druck

Berlins Landeselternausschuss hat Bildungssenatorin Sandra Scheeres aufgefordert, einen Krisengipfel einzuberufen. Der Landeselternausschuss-Vorsitzende Heise sagte, die Eltern seien "hochgradig" unzufrieden mit der Situation an den Schulen. So würden Berliner Schülerinnen und Schüler bei bundesweiten Vergleichsarbeiten schlecht abschneiden und es falle zu viel Unterricht aus.

Sandra Scheeres (SPD), Senatorin für Bildung, Jugend und Familie © dpa/Arne Bänsch
Sandra Scheeres (SPD), Senatorin für Bildung, Jugend und Familie | © dpa/Arne Bänsch

„Versetzungsgefährdet“, „5, Setzen“, „blaue Briefe“ – die Berliner Bildungssenatorin Sandra Scheeres dürfte all das schon gehört haben, nachdem gestern bekannt geworden ist, dass der Stadt Berlin Schulplätze fehlen - rund 25.000 zum Schuljahr 2021/22, quer durch die Schulformen.

Ein guter Start ins neue Schuljahr sieht anders aus. Findet auch der Berliner Landeselternausschuss und hat sich heute selbst zum Krisengipfel bei der Schulsenatorin eingeladen.

Katja Weber und Holger Klein sprachen darüber mit dem Vorsitzenden des Landeseltern-Ausschusses - Norman Heise.

Sandra Scheeres (SPD), Senatorin für Bildung, Jugend und Familie © dpa/Arne Bänsch
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Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat den aus ihrer Sicht holprigen Schulstart in Berlin kritisiert. Die Situation sei dramatisch, fast 200 Lehrerstellen seien laut ihren Abfragen nicht besetzt, erklärte die GEW am Dienstag. Zudem seien die Quereinsteiger unterschiedlich auf die Bezirke verteilt. So liege ihr Anteil in Charlottenburg-Wilmersdorf bei 37 Prozent, in Spandau bei 70 Prozent.  

Wegen des sich in zwei Jahren abzeichnenden Schulplatzmangels drohen laut GEW größere Klassen und außerdem weniger Unterricht für die Schüler.

Die Bildungsverwaltung dagegen weist die Zahl von 200 fehlenden Lehrern zurück. Nach ihrer Rechnung müssen noch 90 Stellen besetzt werden. Insgesamt werde das neue Schuljahr eine Herausforderung, die sie annehme.

CDU fordert Rücktritt von Scheeres


Die Berliner CDU hat den Rücktritt von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) gefordert. Wenn Scheeres nach acht Jahren im Amt plötzlich feststelle, dass bereits in zwei Jahren 26.000 Schulplätze fehlen, könne sie entweder nicht rechnen oder sei eine völlige Fehlbesetzung, sagte am Dienstag CDU-Landeschef Kai Wegner. Die Berliner SPD bringe eine ganze Generation um ihre Zukunftschancen.  

Dass die Elternschaft gleich zu Beginn des Schuljahres die Qualität der Schulbildung kritisiert und einen Krisengipfel fordert, sei beispiellos. Die Senatorin habe das Vertrauen der Eltern verloren und solle zurücktreten. Schulneubauten müssten schneller geplant und genehmigt werden, so Wegner. Es könne nicht sein, dass 2021 eine Generation von Schülern in Containerdörfern und Zeltstädten lerne.