Buchtipp

"Kollektive Unschuld" von Samuel Salzborn

Die Abwehr der Shoah im deutschen Erinnern

Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und der Shoah galt lange als bundesdeutsche Erfolgsgeschichte. Dieses Image beginnt mit der zunehmenden Rechtsradikalisierung in Politik und Gesellschaft mehr und mehr zu bröckeln.

Kollektive Unschuld von Samuel Salzborn © Hentrich & Hentrich
Kollektive Unschuld von Samuel Salzborn | © Hentrich & Hentrich

Samuel Salzborns Buch "Kollektive Unschuld" zeigt, dass in diesem bundesdeutschen Selbstbild immer schon die Geschichte der Schuld- und Erinnerungsabwehr, der Täter-Opfer-Umkehr, der Selbststilisierung als Opfer und der antisemitischen Projektion ausgeblendet wurde.

Eine (selbst-)kritische Aufarbeitung der Vergangenheit hat auch 75 Jahre nach der Niederschlagung des Nationalsozialismus auf gesellschaftlicher Ebene kaum stattgefunden: durch die Abwehr der Shoah im deutschen Erinnern manifestiert sich vielmehr ein Selbstbild, das um den Mythos kollektiver Unschuld kreist.

Katja Weber und Holger Klein sprachen über sein Buch "Kollektive Unschuld" mit Samuel Salzborn.

Kollektive Unschuld von Samuel Salzborn © Hentrich & Hentrich
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Quelle: Hentrich & Hentrich