Hintergrund - Der Iran und die Todesstrafe

Demonstration für die Abschaffung der Todesstrafe im Iran © imago images/Future Image
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Über die Androhungen und Vollstreckungen der Todesstrafe im Iran sprechen wir mit Iran-Experten Dieter Karg von Amnesty International in Deutschland.

Wer im Iran auf die Straße geht, um für Freiheit zu demonstrieren, wird mit Festnahmen, Gewalt und sogar dem Tod bedroht. Im Iran gibt es nach wie vor die Todesstrafe - und die wird bei den Protesten gerade massiv angedroht.

In einer Erklärung haben 227 der 290 iranischen Parlamentarier*innen die Justizbehörden aufgefordert, "keine Nachsicht" mit den Demonstrierenden zu üben und zwingend Todesurteile gegen sie zu verhängen. So soll anderen eine "Lehre" erteilt werden. Auch der Leiter der Justizbehörden, Gholamhossein Mohseni-Ejei, forderte rasche Gerichtsverfahren und Bestrafungen, einschließlich Hinrichtungen. Amnesty International spricht mittlerweile von 21 verhängten Todesstrafen in Zusammenhang mit den Protesten.

Weltweit ist der Iran nach China das Land mit den zweitmeisten vollstreckten Hinrichtungen. Im letzten Jahr waren es nach Angaben von Amnesty International mindestens 314 - in diesem Jahr sollen es schon mehr als 400 sein. Das sagte der UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk heute.

Wir sprechen darüber mit Dieter Karg, Iran-Experte bei Amnesty International in Deutschland.