Angriff in Halle

Generalbundesanwalt und Regierung spricht von Terror

Bundesregierung und Bundesanwaltschaft werten den Angriff auf die Synagoge in Halle als rechtsextremistischen Terroranschlag. Der Täter habe die jüdische Gemeinde zum Ziel gehabt und aus antisemitischen Gründen gehandelt, sagte Justizministerin Lambrecht bei einem gemeinsamen Pressetermin in Karlsruhe.

Davidstern an der Kuppel der Synagoge in Halle © dpa/Hendrik Schmidt
Davidstern an der Kuppel der Synagoge in Halle | © dpa/Hendrik Schmidt

Generalbundesanwalt Frank hat die Taten von Halle als Terror eingestuft. Im Auto des mutmaßlichen Täters wurden demnach insgesamt vier Kilo Sprengstoff in zahlreichen selbstgebauten Bomben sichergestellt. Dem mutmaßlichen Schützen wird nun zweifacher Mord und versuchter Mord in neun Fällen vorgeworfen.  

Der Tatverdächtige werde noch heute dem Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof vorgestellt, sagte Frank. Es werde jetzt auch der Frage nachgegangen, wie er sich so radikalisieren und sich die Waffen besorgen konnte. 

Der Mann hatte gestern erfolglos versucht, in die voll besetzte Synagoge in Halle einzudringen. Während seiner Flucht erschoss er zwei Menschen und verletzte zwei weitere.

Bundesinnenminister Horst Seehofer ist heute nach Halle gereist und äußerte sich dort in einer Pressekonferenz auch zum Ermittlungsstand. ARD-Korrespondentin Isabel Reifenrath berichtet darüber.

Davidstern an der Kuppel der Synagoge in Halle © dpa/Hendrik Schmidt
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