Moses Pelham vs. Kraftwerk

EuGH: Sampling unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt

Das sogenannte Sampling in Musikproduktionen ist unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg heute entschieden. Allerdings setzten die Richter dem Sampling enge Grenzen. Beispielsweise muss die wiederverwendete Sequenz abgeändert werden und darf beim Hören nicht wiederzuerkennen sein.

Ein Tonband einer Musikkassette © radioeins/Chris Melzer
EuGH setzt Klang-Kopierern enge Grenzen - beide Seiten - Kraftwerk und Pelham - sehen sich als Sieger | © radioeins/Chris Melzer

Der Europäische Gerichtshof hat geurteilt, dass das sogenannte Sampling unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt ist. Beim Sampling werden kurze Musikschnipsel aus einem Song herauskopiert und für eine neue Produktion verwendet. Sampling ist nach Ansicht des EuGH dann erlaubt, wenn der Musikschnipsel in geänderter Form in das neue Stück eingefügt wird und beim Hören nicht wiedererkennbar ist. Eine solche Vorgehensweise sei von der Kunstfreiheit gedeckt.

Im konkreten Fall streiten sich die Kultband Kraftwerk und Musikproduzent Moses Pelham, weil dieser zweisekündige Rhythmus-Sequenz aus dem Song „Metall auf Metall“ von Kraftwerk kopierte. Nach dem EuGH-Urteil muss nun noch der Bundesgerichtshof (BGH) den konkreten Rechtsstreit entscheiden.

Ein Tonband einer Musikkassette © radioeins/Chris Melzer
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