Massenproteste reißen nicht ab

Situation in Hongkong spitzt sich weiter zu

Ein Land, zwei Systeme - das war das Versprechen der Chinesischen Regierung, als die britische Kronkolonie Hongkong 1997 an China zurückgegeben wurde.

Demonstranten in Hongkong gehen vor Tränengas in Deckung © AP Photo/Kin Cheung
Demonstranten in Hongkong gehen vor Tränengas in Deckung | © AP Photo/Kin Cheung

Ein Land, zwei Systeme heißt: Hongkong bleibt eine Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit bleiben erhalten - anders als auf dem chinesischen Festland. Das war auch alles so lange kein größeres Problem - bis Xi Jinping in China an die Macht kam. Seitdem versucht China, seinen Einfluss auf Hong Kong zu vergrößern.

Der letzte und invasivste Versuch war die Einführung eines Auslieferungsgesetzes, das dazu hätte führen können, dass auch nur Verdächtige an China hätten überstellt werden können. Und so begannen vor zehn Wochen in Hongkong die größten Proteste, die China seit dem Platz des Himmlischen Friedens gesehen hat.

Die Regierung hat den Gesetzesentwurf zwar längst zurückgezogen, aber das hindert die Hongkonger nicht daran weiterzuprotestieren und zu streiken.

Warum das so ist und was das für die Zukunft von Hongkong bedeutet, darüber sprachen Katja Weber und Holger Klein mit dem Ethiker und Politikwissenschaftler Alexander Görlach.

Demonstranten in Hongkong gehen vor Tränengas in Deckung © AP Photo/Kin Cheung
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Unterdessen hat die chinesische Führung die gewaltsamen Proteste in Hongkong scharf verurteilt. Friedliche Demonstrationen seien in dreiste kriminelle Handlungen umgeschlagen, sagte ein Sprecher der für Hongkong zuständigen Behörde in Peking. Die Stadtregierung sei aber in der Lage, die Situation unter Kontrolle zu bringen. 

Auf die Frage, ob ein Einsatz chinesischer Soldaten in Hongkong möglich sei, sagte der Sprecher, die Volksbefreiungsarmee sei eine starke Kraft und werde jeden Teil des chinesischen Territoriums verteidigen.