Zu hohe Miete in Philharmonie

Berliner Symphoniker müssen sich alternative Spielorte suchen

Die Berliner Symphoniker können es sich infektionsschutzbedingt nicht mehr leisten in der Philharmonie zu spielen und sind jetzt gezwungen, sich andere Auftrittsorte zu suchen. Wir sprachen darüber mit der Intendantin Sabine Völker.

Eine fast leere Bühne in der Berliner Philharmonie © imago images/Dieter Matthes
Eine fast leere Bühne in der Berliner Philharmonie | © imago images/Dieter Matthes

Die Berliner Symphoniker heißen zwar "Berliner", haben aber weniger mit Berlin zu tun als zum Beispiel die Philharmoniker. Während diese ihr Geld wenigstens teilweise vom Steuerzahler bekommen, müssen die Symphoniker zusehen, dass sie sich über Auftritte finanzieren. Das heißt dann auch, dass sie zwar in der Philharmonie spielen, dafür aber Miete zahlen müssen. Bis zum Infektionsschutz war das auch weiter kein Problem, jetzt dürfen aber nur noch ein Viertel der Plätze besetzt sein, sodass die Einnahmen die Kosten übersteigen.

Die Intendatin der Berliner Symphoniker, Sabine Völker, erklärte im Gespräch mit Holger Klein, dass sie sich genau überlegen müssen, ob sie in der Philharmonie spielen oder nicht.

"Wir haben gerade ein Konzert dort abgesagt und machen aber dementsprechend ein Megaevent - ich glaube es ist das einzige in Berlin: Wir werden am 13.09.2020 in der Parkbühnein der Wuhlheide spielen - ein Open-Air-Konzert", erklärte Völker. Um über die Runden zu kommen, müsste der Saal in der Philharmonie doppel so voll sein, wie jetzt aktuell hinein dürfen - ca. 1200 Gäste. Gerade suchen die Symphoniker alternative Spielstätten und sind in abschließenden Gesprächen mit einem Hotel, wo sie ihre Konzerte sehr wahrscheinlich bis zum Jahresende spielen dürfen. Allerdings stellte Sabine Völker auch klar, dass sie einen zweiten Lockdown wohl nicht überstehen würden.

Eine fast leere Bühne in der Berliner Philharmonie © imago images/Dieter Matthes
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