Berlin - Strompreis-Erhöhung der Stadtwerke um bis zu 100 Prozent

Symbolbild für Strom: Stecker und Steckdose © imago/CHROMORANGE
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Stromkunden der Berliner Stadtwerke haben in der vergangenen Woche Schreiben bekommen, die eine Preiserhöhung auf 52,9 Cent pro Kilowattstunde Strom ab Januar 2023 ankündigen. Für manche Kunden wäre das eine Verdoppelung des bisherigen Preises. rbb-Reporterin Angela Ulrich berichtet darüber.

Die Sache mit Berlin und dem Strom ist eine lange Geschichte. Erst hatte Berlin eine Beteiligung am Stromversorger Bewag. Dann aber hat der Berliner Senat Ende der 90er den Verkauf der kompletten Landesbeteiligung an Bewag gebilligt.

Irgendwann reifte dann aber der Gedanke, dass es vielleicht doch eine gute Idee wäre, mehr öffentlichen Einfluss auf die Stromversorgung der Stadt zu haben. Und so wurden vor knapp 10 Jahren die landeseigenen Stadtwerke gegründet.

Von Anfang an hat man sich dann um die eigene Stromversorgung gekümmert, z.B. mit Solaranlagen auf Dächern und 16 eigenen Windrädern im Umland. In diesem Jahr wurde sogar erstmals Gewinn erwirtschaftet. Gut für die Kunden der Stadtwerke, die sich über stabile Preise freuen durften. Bis jetzt!

Nach rbb-Recherchen wird es bei den Berliner Stadtwerken eine Erhöhung der Strompreise von bis zu 100 Prozent geben. Betroffen sind laut Stadtwerke rund 21.000 Haushalte der 36.000 Kund*innen insgesamt. Die nicht betroffenen Verbraucher*innen sind wegen früher abgeschlossener "Treue-Angebote" vor den aktuellen Preiserhöhungen geschützt.

Die Stadtwerke begründen die Preis-Steigerung mit deutlich erhöhten Einkaufspreisen. "Wir zahlen inzwischen achtmal mehr für Strom", sagte der Sprecher des landeseigenen Unternehmens, Stephan Natz, dem rbb. "Letztlich geben wir die Marktbedingungen an unsere Kunden weiter, weil es nicht anders geht - aber deutlich später als andere."