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Amoklage in Halle: Zwei Tote bei Angriff

In Halle sind zwei Menschen durch Schüsse getötet worden. Bei einem der Opfer soll es sich um eine junge Frau handeln, die zu Fuß unterwegs war. Die Schüsse fielen vor der Synagoge. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Halle, Privorotzki, sagte "SPIEGEL ONLINE", 70 bis 80 Menschen hätten sich am Feiertag Yom Kippur in der Synagoge aufgehalten. Die Angreifer hätten offenbar versucht, in das Gotteshaus zu gelangen.

Polizisten sichern die Umgebung in Halle © dpa/Sebastian Willnow
Polizisten sichern die Umgebung in Halle | © dpa/Sebastian Willnow

Nach Augenzeugenberichten gab es auch Schüsse auf einen Döner-Imbiss. Außerdem wurde offenbar versucht, einen Sprengsatz in den Imbiss zu werfen. Auf Internet-Videos ist ein Angreifer in Kampfmontur zu sehen.   

Inzwischen wurde eine Person festgenommen. Ob es sich um einen Täter handelt, ist noch unklar. 

In einer Warnung rief die Polizei die Anwohner in Halle und im nahe gelegenen Landsberg dazu auf, in ihren Häusern und Wohnungen zu bleiben. Von Fenstern und Türen solle man sich fernhalten. Der Bahnhof von Halle ist gesperrt.

MDR-Reporter Theo M. Lies berichtet darüber.

Polizisten sichern die Umgebung in Halle © dpa/Sebastian Willnow
dpa/Sebastian Willnow
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Bundesanwaltschaft ermittelt


Wenige Stunden nach dem Angriff in Halle hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Das teilte die Behörde in Karlsruhe mit. 

Das Bundesinnenministerium erklärte, die Hintergründe der Tat seien noch unklar. Ähnlich äußerte sich Regierungssprecher Seibert. In einer ersten Reaktion sprach er von schrecklichen Nachrichten. Die Gedanken seien bei den Familien und Freunden der Todesopfer. 

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff sprach von einem feigen Anschlag auf das friedliche Zusammenleben.