Buch

"Über Stunden" von Elisa Aseva

"Über Stunden" lautet der Titel des Buchs von Elisa Aseva. Das Besondere daran: Elisa Aseva hat all ihre Posts aus dem Internet der letzten Jahre gesammelt und daraus eben ein Buch gemacht. Was es darin zu lesen gibt, besprechen Max Ulrich und Meili Scheidemann mit ihr.

"Über Stunden" von Elisa Aseva
"Über Stunden" von Elisa Aseva | © Weissbooks

Sie war zu Gast beim Internationalen Literaturfestival Berlin 2020, ehe überhaupt ein Buch von ihr erschienen ist. Als Vertreterin der neuesten digitalen Literaturen hat sie eine leidenschaftliche Anhängerschaft. "Über Stunden" ist ihr erstes Buch, in dem ihr Schreiben in allen Aggregatzuständen in Erscheinung tritt – für die Autorin ein wagemutiges Übersetzen ins Analoge, für den Analog-Leser ein großes Glück.

"Elisa Aseva liest sich wie Worte an den Wänden. Ganz selbstverständlich", so beschreibt es das Internetmagazin 54books. Ihre Gedichte werden vertont und auf Twitter in Bots verwandelt. Ihre Poesie ist unmittelbar, ihre Statements zeigen klare Kante und gerät sie ins Erzählen, endet es viel zu früh. "Über Stunden" ist die fein komponierte Sammlung ihrer besten Posts, denen man sich überlassen kann, um ihnen über Tage nachzuhängen. Vielleicht länger.

Elisa Aseva veröffentlicht ihre Kurztexte auf Facebook, sie entstehen in Mittagspausen oder Feierabendsituationen und bleiben im Rohzustand: Schreiben als Abschöpfprodukt des Alltags einer ungelernten Arbeiterin. "Am liebsten wäre ich in ein wurzelloses, technikfreundliches kommunistisches Milieu hineingeboren worden, aber ohne allzu viel Streit."

(Quelle: Weissbooks)