Women Of Wearables

Wer auf der Suche nach kompetenten Frauen im Bereich neue Technologien ist, der ist bei Women in Wearables gut aufgehoben.

Eine Frau mit einer VR-Brille © imago images/Westend61
Immer noch sind zu wenige Frauen in der Tech-Branche vertreten, meint Marija Butkovic von "Women Of Wearables" | © imago images/Westend61

Der Women In Tech-Report von 2017 hat in einer Studie für Großbritannien herausgefunden: Für nur drei Prozent der Frauen war eine Karriere im Bereich Technologien die erste Wahl. Nur fünf Prozent Frauen haben eine Führungsposition und nur 28 Prozent haben einen Abschluss in Computerwissenschaften. Die Organisation "Women Of Wearables" will diese Zahlen ändern.

Dennis Kastrup erzählt dazu mehr.

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Wie genau wollen sie das machen?

Mit dem Vernetzen und an die Öffentlichkeit gehen, unter anderem mit eigens organisierten Konferenzen, Workshops, Lehrveranstaltungen und auch Partnerschaften mit großen Firmen.

Ins Leben gerufen hat all das 2014 Marija Butkovic in London. Sie war bis dahin Rechtsanwältin und entwickelte dann einen Regenschirm mit einem Sensor, der einem sagt, wo man ihn finden kann, wenn man ihn verliert, also auf dem Smartphone, all der Bereich faszinierte sie. So landete sie bei den Wearables, technologische Geräte, die man am Körper tragen kann.

Bei „Women in Wearables“ legen sie den Fokus eben auf Wearables, dazu noch Virtual Reality, Augmented Reality, Künstliche Intelligenz, Blockchain oder auch Fashion Tech, also Mode und Technologie. Besonders gefragt sind gerade aber Anwendungen für die Gesundheit von Frauen, was man unter „FemTech“ zusammenfasst, wie mir Marija Butkovic erzählt hat:

"Es gibt viele Firmen, die sich mit der Gesundheit von Frauen auseinandersetzen, besonders die Gesundheit bei der Fortpflanzung. Dann gilt auch: Frauen erleben Alzheimer, Parkinson und viele andere Krankheiten anders. Jede Art von Technologie, ob nun Software oder Hardware, die die Gesundheit von Frauen verbessern kann, gehört also auch zu FemTech."

Bei der Fortpflanzung sind das Fragen zur Fruchtbarkeit, Schwangerschaft oder auch Periode. Das sind alles Themen bzw. Probleme, die anfangs meistens von Männern in der IT-Branche angegangen sind, die verstehen das natürlich weniger gut. Jetzt gibt es aber erfreulicherweise mehr Frauen in FemTech, und Women in Wearables wollen das noch weiter fördern.

Nenn uns doch einmal noch ein paar andere Bereiche, in denen Frauen heute präsenter sind?

Eigentlich kann man sagen, dass es für alles gilt, was mit Frauen und Technologien zusammenhängt. Ein Beispiel, was Butcovic mir gegeben hat, sind die Sex Tech Toys. Auch da sind Frauen selbstbewusster geworden, sie nach eigenen Interessen zu gestalten. Außerdem gibt viele Anwendungen zum Thema mentale Gesundheit, die mehr auf Frauen spezialisiert sind, also Entspannung oder Diagnose von Krankheiten. Was Gesundheit allgemein angeht, da hat sich auch eine Kleinigkeit verändert, die aber große Auswirkung auf die Wahrnehmung hat:

"Schönheit wurde vor ungefähr 50 Jahren eher oberflächlich betrachtet. Es ging nur um das Make-Up und Produkte, die man im Gesicht trägt, um schöner zu sein. Heute wird Schönheit anders gesehen. Es geht um Hautpflege und Produkte, die dir beim Schönerwerden helfen können oder einfach die innere Schönheit unterstützen. Das findet man jetzt also auch unter der Kategorie 'Gesundheit'."

Und das gilt dann natürlich stark auch für technologische Anwendungen, die ganz auf Make-Up verzichten. Es gibt z.B. eine App, die deine Haut scannt, nach Unreinheiten sucht und dir sagt, wie und wann man die Haut am besten pflegen sollte – und das natürlich ohne Make-Up.

"Women In Wearables" wurde in London gegründet. Gibt es noch Ableger in anderen Städten?

Ja, und zwar in New York, Paris, San Francisco, Boston, Buenos Aires, Sao Paulo, Manila, Bangkok, Sydney und Tel Aviv. Berlin ist nicht auf der Liste, noch nicht. Interessant dabei ist: Europa und das Silicon Valley sind generell offener für mehr Frauen in Technologien, in Asien sperrt man sich auf Grund von traditionellen Denkweisen öfter dagegen. Trotz der positiven Entwicklung weltweit, meint Butcovic aber immer noch, dass zu wenige Frauen in der Branche vertreten sind, z.B. auch auf Konferenzen oder so genannten Panels:

"Wer auch immer solche Veranstaltungen organisiert, muss entweder ein bisschen besser recherchieren oder sich an Organisationen wie unsere oder auch an die vielen anderen da draußen wenden, um nach Empfehlungen zu fragen. Wir sind immer sehr froh darüber, jemanden von unserem Netzwerk weiter zu empfehlen. Frauen sind immer sehr glücklich darüber, zu sprechen. Wir verdienen es, diese Sichtbarkeit zu bekommen."


Wer also noch auf der Suche ist nach kompetenten Frauen im Bereich neue Technologien, der ist bei Women in Wearables gut aufgehoben.

 



Dennis Kastrup twittert unter @cyborgparade

Der Beitrag ist noch bis zum 21.01.2021 00:00:00 verfügbar.