BitGive

Eine Wohltätigkeitsorganisation, die auf Bitcoins basiert

Blockchain, Bitcoin, Kryptowährungen - drei Worte, die in den vergangenen Jahren für einen großen Hype gesorgt haben.

BitGive (Logo) © Bitgive
BitGive (Logo) | © BitGive

Gefühlt jedes zweite Start-Up setzte auf die Blockchain-Technologie. Der Bitcoinpreis stieg Ende 2017 auf ungefähr 16.000 Euro und tausende neuer Kryptowährungen entstanden. Mittlerweile ist es ein bisschen ruhiger geworden. Aber verschwunden ist die Blockchain nicht.

Die gemeinnützige Organisation „BitGive“ setzt zum Beispiel auf den Bitcoin. Dennis Kastrup hat die Frau hinter dem Projekt gesprochen.

   

Erzähl uns mehr über „Bitgive“.


Das ist eine sehr interessante Geschichte: Gründerin Connie Gallippi hat 15 Jahre lang in Kalifornien im Umweltschutz gearbeitet, doch dann war sie 2013 auf einer Bitcoin Konferenz. Die dort vorgestellten Möglichkeiten haben sie so fasziniert und überzeugt, dass wenige Monate später „BitGive“ entstand: eine Bitcoin- und Blockchain-Wohltätigkeitseinrichtung. Das heißt: gespendet wird in Bitcoin, was für Gallippi viele Vorteile hat:

„Für mich ist das Tolle daran, wie man ein total separates System außerhalb unserer traditionellen Banken und Institutionen benutzen kann, um Geld zu überweisen. Der Betrag kann nämlich direkt an ein Individuum überwiesen werden. Man weiß also, dass es beim Empfänger ankommt. Das alles ist sicherer, schneller, viel billiger und transparenter.“

Da ich selber auch schon einmal Bitcoins verschickt habe, kenne ich das, kurz noch einmal erklärt: Du hast bei dir auf dem Rechner, auf dem Handy, ein so genanntes Wallet, einen Geldbeutel, in dem deine Bitcoins oder andere Kryptowährungen gespeichert sind, wie ein Bankkonto. Um die Coins dann zu verschicken, musst du z. B. nur einen QR Code einscannen, also dieses schwarz-weiße Quadrat, und deine Coins sind in wenigen Minuten in dem anderen Wallet, und das kann überall auf der Welt sein und kostet dich viel weniger als bei einer Bank, die das wohl in ein paar Tagen erst erledigt.

Wie und wo kann ich dann spenden und vor allem: Wofür wird denn gespendet?


Dafür haben sie „GiveTrack“ eingerichtet, eine Art Bitcon-Crowdfunding Plattform. Man findet hier einige Projekte, zum Beispiel derzeit für venezolanische Waisenkinder oder Opfer des Hurrikans auf den Bahamas. Das Geld kommt direkt bei BitGive an und wenn das anvisierte Ziel erreicht wurde, dann wird es an die Organisationen vor Ort sofort ausgeschüttet (Anm. d. Red.: BitGive erhält, hält oder überweist die Gelder nicht an die gemeinnützigen Organisationen. Die gemeinnützigen Organisationen erhalten die Mittel direkt.):

„Man kann das entweder in Bitcoin, anderen Kryptowährungen oder sogar klassischen Währungen machen. Die Plattform wandelt alles in Bitcoin um, so dass wir eine Standardwährung haben, in der wir die Fonds halten. Das erlaubt der Stiftung dann, den Spendern zu zeigen, was mit dem Geld passiert. Man kann das also in der Blockhain verfolgen.“

Und das ist der Vorteil: In der Blockchain, der Technologie des Bitcoins, kann jede und jeder die Transaktionen sehen, also was mit dem Geld passiert, wo es landet und was danach damit passiert. So können Organisationen eben nicht heimlich Gelder für andere Zwecke benutzen.

Ein Problem gibt es dabei aber noch: Natürlich ist in vielen dieser Länder, die Infrastruktur für das Bezahlen mit Bitcoin nicht geschaffen. Das heißt: viele von den Empfängern wandeln die Coins dann doch noch in andere Währungen um. Gallippi gibt das auch zu: sie haben ihre Plattform für eine ideale Zukunft geschaffen, in der alle mit Bitcoins bezahlen können.

Ein weiteres Problem: der Bitcoin-Preis schwankt grad doch sehr, so dass manchmal von einem auf dem anderen Tag plötzlich mehr oder weniger auf dem Konto sind.

Du hast erwähnt, dass Gallippi 15 Jahre im Umweltschutz gearbeitet hat. Was sagt sie denn zur Kritik, dass Kryptowährungen viel Strom verbrauchen?


Genau, sie hat sogar im Bereich Klimawandel gearbeitet, kennt sich also damit aus. Für sie führt einfach nichts daran vorbei, saubere Energien zu benutzen, und das gilt eben für jede der großen Industrien. Alle müssten einsparen und die Energiegewinnung sauber halten. Die Gleichung, dass Bitcoin mehr Strom verbraucht, stimmt für sie auch nicht:

„Die Menge an Energie, die unsere globalen Finanzinstitute und Regierungseinrichtungen verbrauchen, um Geld zu bewegen, muss astronomisch mehr sein als ein Bitcoin-Netzwerk laufen zu lassen. Und dazu kommen dann auch noch die negative Machtausübung und der Einfluss, den das existierende System hat.“

Die Diskussionen über Blockchain, Kryptowährungen, Nachhaltigkeit oder auch Sinnlosigkeit davon sind ja immer noch voll im Gange. Meine Meinung: es ist natürlich nicht alles Gold was glänzt, es gibt auch viel berechtigte Kritik. Aber wenn ich nur die Idee hinter BitGive betrachte, dann finde ich: schnell, sicher, transparent und vor allem sehr billig Geld an jeden Ort der Welt zu schicken, um diesen Menschen dann auch zu helfen, ist eine gute Sache, eine gute Idee. Ich wünsche mir, dass so etwas in Zukunft mehr möglich ist, ob mit Blockchain? Das muss man abwarten.

 



Links:

BitGive

Dennis Kastrup twittert unter @music_is_future

Der Beitrag ist noch bis zum 22.10.2020 00:00:00 verfügbar.