Das hat Folgen

Der Pass

mit Nilz Bokelberg

Europäische Krimis erfreuen sich ja allergrößter Beliebtheit. Wenn nun aber einer inner-europäisch geremaked wird, stellt sich die Frage, ob das funktionieren kann.

Die neue Sky-Serie "Der Pass" mit den beiden Hauptdarstellern Julia Jentsch und Nicholas Ofczarek © Sammy Hart/Sky
Die neue Sky-Serie "Der Pass" mit den beiden Hauptdarstellern Julia Jentsch und Nicholas Ofczarek | © Sammy Hart/Sky

radioeins-Serien-Experte Nilz Bokelberg hat sich die Alpenthriller-Serie "Der Pass" angeguckt - inspiriert von der Erfolgsserie "Die Brücke".

Die neue Sky-Serie "Der Pass" mit den beiden Hauptdarstellern Julia Jentsch und Nicholas Ofczarek © Sammy Hart/Sky
Sammy Hart/Sky
Download (mp3, 4 MB)

   

Das Remake einer großen europäischen Serie? Worum gehts?


Die Brücke, diese dänisch-schwedische Koproduktion ist ja (fast) jedem geläufig. In der ersten Staffel wurde dort eine Leiche gefunden auf der Öresundbrücke, genau auf der Grenze zwischen Schweden und Dänemark liegend. Deswegen mussten dann Ermittler aus beiden Ländern zusammenarbeiten. Das ist aber auch schon alles an Ähnlichkeit, was man zu "Der Pass" sehen kann.

Denn die Serie greift zwar das Motiv des Grenzen-Leichenfunds auf, aber das war es dann auch schon: Auf dem Bergpass in den Alpen, wird eine Leiche entdeckt. Der Körper der kauernden Figur ist zur Hälfte auf deutschem und zur anderen auf Österrreichischem Gebiet. Das sorgt dafür, dass die Ermittler Ellie Stocker (Julia Jentsch) aus Deutschland und Gedeon Winter (Nicholas Ofczarek) aus Österreich aufeinander treffen.

Ellie ist eine fleissige, gewissenhafte Ermittlerin. Immer sehr interessiert und hinterher. Vielleicht ein bisschen zu streberig. Winter ist das genaue Gegenteil: Lakonisch, ein bisschen depressiv und er weiß nicht, warum er den Job überhaupt macht.

Das ist natürlich eine geniale Ausgangssituation um dieses Ermittlerteam auf die Fährte eines wahnsinnigen Serienmörders anzusetzen, der sich an der österreichischen Schauergestalt des Krampus orientiert und so alle in der Region in Angst und Schrecken versetzt.

Das klingt wirklich nach einer eigenständigen Geschichte. Wie sieht es atmosphärisch aus?


Toll! Also, die Serie sieht wirklich atemberaubend gut aus. Die Berge scheinen eine ewige Bedrohung zu sein, immer thronen sie über allem, aber sie bieten auch dem Täter Schutz - ihnen ist also nicht so ganz zu trauen.

Es gibt große Bilder, ungewöhnliche Einstellungen und lange, ausgiebige Fahrten. Man nimmt sich die Zeit, die man braucht.

Dazu kommt noch ein perfekt passender Score, der immer ein bisschen unheimlich wirkt und manchmal auch ganz traditionelle Instrumente wie eine Zither mit einfliessen lässt. Dafür hat man sogar Hollywood-Veteran Hans Zimmer gewinnen können, der die Filmmusik komponiert hat - das alleine ist ja schon ein totaler Ritterschlag.

Also erzählerisch alles richtig gemacht?


Absolut. Julia Jentsch in der Hauptrolle spielt diese Kommissarin so gut aufgeregt, man möchte ihr ständig über den Kopf tätscheln und Nicholas Ofczarek als desillusionierter Ermittler aus Österreich ist so gut bitter, dass man ihn tatsächlich die ganze Zeit in den Arm nehmen möchte, wenn man nicht Angst hätte, dass seine Traurigkeit so ansteckend ist. Er scheint die Freude aus jedem Raum mit seiner blossen Anwesenheit zu saugen. Das ist wirklich der Hammer und selten so gut dargestellt worden. Schon alleine dafür bitte alle Preise an diese Serie und dieses Ensemble.

Das klingt toll. Wo können wir das also nun sehen?


Ab 25. Januar 2019 auf Sky1 und bei Sky auf Abruf.

Der Beitrag ist noch bis zum 21.01.2020 00:00:00 verfügbar.