Das Vinyl der Woche

You Don’t Know My Name (But I Know You) von Kym Amps

Die CD ist längst vom Aussterben bedroht und das MP3 viel zu virtuell. Darum feiert radioeins das schwarze Gold – zusammen mit den Berliner Plattendealern unseres Vertrauens. Jede Woche stellen sie uns ein Album vor, das nur auf Vinyl so klingt, wie es klingen soll. Die Schallplatte lebt - immer mittwochs um 13.40 Uhr auf radioeins.

You Don’t Know My Name (But I Know You) von Kym Amps
You Don’t Know My Name (But I Know You) von Kym Amps | © Monte Cristo

Reissues sind für den Freunde der Vinyl-Schallplatte weiterhin nicht unwichtig. Monat für Monat werden Klassiker in neuen Editionen aufgelegt, aber eben auch vergessene Musik in das Bewusstsein der Musikhörer gespielt. Eine gewaltige kulturvermittelnde Leistung. Da sind oft Schallplatten dabei, da wusstest du gar nicht, dass du sie vermisst hast, bevor du sie das erste Mal gehört hast. So wie diese Schallplatte aus dem Jahr 1981.

Obwohl hier fairerweise gesagt werden muss, dass du »You Don’t Know My Name (But I Know You)« gar nicht kennen kannst, weil fünf der sieben Stücke hier überhaupt erstmals veröffentlicht wurden. Nur das Titelstück und »You Love Me« wurden 1981 als Vinyl 7“ veröffentlicht. Nicht nur deshalb wirkt diese Musik absolut nicht nostalgisch, sondern eher zeitgeistig. Der Komponist David Watts und Produzent Dave Foister haben mit Hilfe ihres Geräteparks und dem Einsatz sparsamer Mittel den musikalischen Boden bereitet, auf der die spätere Opernsängerin Kym Amps dann die Texte von Andrew Birtles paraphrasiert. Gerade der Gegensatz zwischen der zurückhaltenden, kühlen Elektronik und dem ins Pathetische gleitende Gesang der Sopranistin machen den besonderen Reiz.

Die Musik klingt dann wie eine Vorwegnahme von Austra, und auch Freunde von The Knife dürften sofort Spaß an dieser Musik haben. Die B-Seite ist etwas mehr sophisticated, mit dem etwas zu langsam abgespielten Italo-Disco-Sound von »The Sound Of Your Voice« und dem an Jon Hassle oder auch an Beverly Glenn-Copeland gemahnenden, abschließenden »Days Like These«. Das ist definitiv Musik, die (wieder)entdeckt werden will.

Philipp Michalke (hhv Records)

You Don’t Know My Name (But I Know You) von Kym Amps
Monte Cristo
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Der Beitrag ist noch bis zum 28.08.2020 00:00:00 verfügbar.