Das Vinyl der Woche

Renegade von Dylan LeBlanc

Die CD ist längst vom Aussterben bedroht und das MP3 viel zu virtuell. Darum feiert radioeins das schwarze Gold – zusammen mit den Berliner Plattendealern unseres Vertrauens. Jede Woche stellen sie uns ein Album vor, das nur auf Vinyl so klingt, wie es klingen soll. Die Schallplatte lebt - immer mittwochs um 13.40 Uhr auf radioeins.

Renegade von Dylan LeBlanc
Renegade von Dylan LeBlanc | © Pias/Ato

Dylan LeBlanc wird 1990 in Shreveport, Louisiana geboren. Nach der Scheidung seiner Eltern wächst er zunächst bei seiner Mutter auf, um dann im Alter von 10 Jahren zu seinem Vater, einem Berufsmusiker nach Muscle Shoals, Alabama zu ziehen. Vom Vater erhält er eine fundierte musikalische Ausbildung und sammelt an der Highschool erste Banderfahrungen. Als Teenager schon alkohol- und drogenabhängig muß er sich einer Entziehungskur unterziehen.

Danach kehrt er nicht wieder auf die Schule zurück, sondern beschließt Berufsmusiker zu werden. Nach einem kurzen Intermezzo als Sänger einer Punkband gründet er seine erste eigene Band Abraham mit der er erste Studioaufnahmen macht. 2010 erscheint dann sein erstes Album unter eigenem Namen “Paupers Field” bei dem auch Emmylou Harris mitwirkte. LeBlanc tourt in der Folge mit u.a. Lucinda Williams, Calexico und Bruce Springsteen. Es folgen die Alben. “Cast The Same Old Shadow” (2012) und “Cautionary Tale” (2016). Auch auf seinem vierten Album “Renegade” (2019) bleibt er seinem Stil, einer Mixtur aus Folk, Americana und Alternative Country treu. Der Albumtitel verspricht Abtrünnigkeit und Rebellion.

Davon ist auf dem Album wenig zu spüren. Die zehn Songs bestechen durch ihre abwechslungsreichen Melodien, die sehr eingängig daherkommen, ohne in das Fahrwasser des Mainstreams zu geraten. Hier wird nicht gerockt; alle Stücke bewegen sich im langsamen bis Mid-Tempo Bereich. Namen wie Ryan Adams, Jonathan Wilson oder Jackson Browne schiessen einem durch den Kopf, ohne dass er diese kopiert. Als seine Haupteinflüsse nennt LeBlanc Neil Young und Todd Rundgren. Seine Band, die Pollies, mit der er schon seit Jahren zusammen- arbeitet liefern einen komplexen Soundteppich, der an Tom Petty's Heartbreakers oder die Byrds erinnert. Inseinen Texten geht es im wesentlichen um Liebe, Weltschmerz und seine überwundene Alkoholabhängigkeit, in ihrer Interpretation mit einem leichten Hang zur Larmoyanz. Wie schon bei seinen Vorgängeralben ist ihm auch diesmal wieder ein äußerst eingängiges und hörenswertes Album gelungen.

Thomas Eicher & Bernd Buchrucker (Rocksteady Records)

Renegade von Dylan LeBlanc
Pias/Ato
Back in Black © radioeins/Warnow
radioeins/Warnow

Norman Dietze

(Plattenladen: Bis Aufs Messer)

Back in Black © radioeins/Warnow
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Philipp Michalke

(Plattenladen: hhv Records)

Back in Black © radioeins/Warnow
radioeins/Warnow

Stephan Schulz

Plattenladen: Dodo Beach Record Store

Thomas und Bernd (RockSteady Records)
Thomas und Bernd (RockSteady Records)

Thomas & Bernd

(Plattenladen: Rock Steady Records)

Der Beitrag ist noch bis zum 19.06.2020 00:00:00 verfügbar.