Back in Black

Mello Magic von Tommy Mandel

Das Vinyl der Woche

Die CD ist längst vom Aussterben bedroht und das MP3 viel zu virtuell. Darum feiert radioeins das schwarze Gold – zusammen mit den Berliner Plattendealern unseres Vertrauens. Jede Woche stellen sie uns ein Album vor, das nur auf Vinyl so klingt, wie es klingen soll. Die Schallplatte lebt - immer mittwochs um 13:40 live auf radioeins.

Mello Magic von Tommy Mandel
Mello Magic von Tommy Mandel | © Invisible City Editions

Wenn du in der Suchmaschine nach dem Musiker Tommy Mandel suchst, dann stolperst du über die vom Algorithmus ausgespukte Berufsbezeichnung »Keytarist«. Tommy Mandel ist also Keytarist, eine Mischung aus Keyboarder und Gitarrist. Da kommen Bilder aus den 1980er Jahren hoch: Hitparade, Vokuhila, Schulterpolster.  Und das sollen sie auch. Denn »Mello Magic« ist eine Compilation von zwischen 1980 und 1987 entstandenen, simplen Popsongs. Überwiegend am Synthesizer komponiert. Eine Art Lo-Fi-Disco, eine Vorwegnahme des Dream Pop von Toro y Moi oder des Electro-Funk von Chromeo. Und natürlich eine Entdeckung.

Tommy Mandel, geboren 1949, machte sich vor allem als Sessionmusiker einen Namen. 1975 war er an der Filmmusik zu »Eiskalt«, einem B-Movie des Regisseurs Iván Nagy beteiligt, der durch sein Engagement in den Fernsehserien »Starsky & Hutch« und »CHiPs« Auskennern ein Begriff sein könnte. Danach ging es richtig los: Seine wichtigste Station war die als Keyboarder von Brian Adams. Tommy Mandel begleitete den Kanadier von 1981 bis 1998, war also von »Run To You« bis »Everything I Do« als Musiker maßgeblich an den großen Erfolgen des Sängers beteiligt. Er ist auch auf Alben von Dire Straits, Bon Jovi, The Clash oder Cyndi Lauper zu hören. Ebenso hatte er auf »Cosmic Thing« von The B-52’s seine Finger im Spiel.

Nebenbei hat Tommy Mandel immer auch an eigener Musik gearbeitet. Veröffentlicht wurde offiziell nur eine vier Stücke lange, selbstbetitelte EP im Jahre 1981. Davon hat es nur »Allow Me (To Destroy You)« auf dieses Release geschafft. Sind also größtenteils unveröffentlichte Stücke auf »Mello Magic« vertreten.

Mello Magic von Tommy Mandel
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Back in Black © radioeins/Warnow
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Norman Dietze

(Plattenladen: Bis Aufs Messer)

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Philipp Michalke

(Plattenladen: hhv Records)

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Thomas Spindler

(Plattenladen "Dodo Beach")

Der Beitrag ist noch bis zum 16.05.2019 00:00:00 verfügbar.