Back in Black

Hotep von Blue Iverson

Das Vinyl der Woche

Dean Blunt ist der große Konzepter der britischen Musik. Zusammen mit Inga Copeland hat er als Hype Williams die Irritationen hinter den Mythen, Kontexten und Bildsprachen der Populärkultur offengelegt. Als Babyfather verleiht er – auch als Reaktion gegen den Brexit – dem Hip-Hop eine originär britische Identität und zeigt so musikalisch: Selbstbehauptung ist auch in einer Gemeinschaft möglich.

Hotep von Blue Iverson
Hotep von Blue Iverson | © Deviation

Unter seinem Namen Dean Blunt begegnet er dem Trauma der Post-Nothing-Generation mit überkandidelten Kompositionen, fake shit vs fake shit.

Nun also Blue Iverson. Musik, die durchweg live eingespielt ist und schon dadurch als Statement der kollektiven Identität der schwarzen Bevölkerung verstanden werden kann. Der Titel »Hotep« ist eine Anspielung auf das seit Sun Ra nicht untypische, afrozentristische Spiel mit den Dämonen, den Pharaonen, den uralten Despoten. Aber zum Guten gewendet, seinen Frieden machend.

Dean Blunt ist also mehr als nur ein Musiker, er ist immer auch ein kritischer Geist, ein Künstler. Das Schöne an »Hotep« ist nun, dass diese ganzen Bedeutungen zwar mitschwingen, du kannst sie aber auch leicht ausblenden. Dann ist es sommerlicher Soul (»Hush Money«), fragender Blues (»Who Shot Lucious Lyon?«), schwungvoller Jazz (»Soulseek Soulseek«) oder eben alles zusammen (»Fake Loathe«). Es ist in summa das bislang am leichtesten zugängliche Werk von Dean Blunt. Harmonisch, groovend, versöhnend.

Wir sprechen mit Philipp Michalke von hhv Records...

Back in Black © radioeins/Warnow
radioeins/Warnow

Norman Dietze

(Plattenladen: Bis Aufs Messer)

Back in Black © radioeins/Warnow
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Philipp Michalke

(Plattenladen: hhv Records)

Back in Black © radioeins/Warnow
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Thomas Spindler

(Plattenladen "Dodo Beach")

Der Beitrag ist noch bis zum 28.02.2019 00:00:00 verfügbar.