Back in Black

Funky Rob Way von Rob

Das Vinyl der Woche

Diese Woche blicken wir nach Westafrika. Genauer gesagt nach Ghana, wo in der Hauptstadt Accra sich in den 1970er Jahren unzählige talentierte Musiker tummelten und auf der Grundlage von Highlife, wie man das dort populäre, durch jazziges Hornspiel und prägnante Leadgitarren bestimmte Genre nannte, Schallplatten aufnahmen. Dazu zählten Musiker wie Ebo Taylor, Gyedu-Blay Ambolley, K. Frimpong oder Pat Thomas.

Funky Rob Way von Rob © Analog Africa
Funky Rob Way von Rob | © Analog Africa

Auch Rob Roy Raindorf zog es Mitte der 1970er Jahre nach Ghana. Geboren in Abidjan, der größten Stadt der Elfenbeinküste, besuchte er (die Quellen sind hier im Allgemeinen nicht sehr eindeutig) in Cape Coast das College, kam in Accra mit der florierenden Musikszene des Landes in Berührung, wo er auch die von Amponsah Rockson geleitete Armeekapelle Mag-2 sah, die er kurze Zeit später in Takoradi ausfindig und zu seiner Backing Band machte. Zwischendurch muss er dem Vernehmen nach in Benin gewesen sein und als Pianist mit dem bedeutenden Orchestre Poly-Rythmo de Cotonou musiziert haben.

Jedenfalls nahm er 1977 ("Funky Rob Way") und 1978 ("Make It Fast, Make It Slow") zwei Alben für das legendäre ghanaische Label Essiebons auf. Darauf zu hören: Roher Funk, vielleicht am ehesten mit James Brown und Otis Redding zu vergleichen, aber weniger melodisch, viel rhythmischer. Genau das macht diese Musik auch so zeitlos, denn diese Rhythmen sind das Korsett, das bis heute jeden Groove formt. "Funky music is in my blood, what you hear is an outcoming of my mind", wird Rob in den Liner Notes zitiert.

Dass die Bläserfraktion von Mag-2 um Amponsah Rockson zum besten gehörte, was Westafrika zur damaligen Zeit zu bieten hatte, dass Rob Roy Raindorf als Arrangeur ein Gespür für Zeitgeist und Effekte hatte – ja, das alles sind Dreingaben, die "Funky Rob Way" zu einem absoluten Highlight ghanaischer Musik machen.

Das in Brighton beheimatete, auf Reissues spezialisierte Label Mr Bongo hat nun "Funky Rob Way" im originalen Artwork und offiziell lizensiert von Essiebons wiederveröffentlicht. Also wenn es jetzt wieder raus geht in die Schrebergärten und auf die Hollywoodschaukeln, kann man mit dieser Schallplatte als musikalische Untermalung nichts falschmachen.

Philipp Michalke, hhv Records

Funky Rob Way von Rob © Analog Africa
Analog Africa
Back in Black © radioeins/Warnow
radioeins/Warnow

Norman Dietze

(Plattenladen: Bis Aufs Messer)

Back in Black © radioeins/Warnow
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Philipp Michalke

(Plattenladen: hhv Records)

Back in Black © radioeins/Warnow
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Stephan Schulz

(Plattenladen "Dodo Beach")

Thomas und Bernd (RockSteady Records)
Thomas und Bernd (RockSteady Records)

Thomas & Bernd

(Plattenladen: Rock Steady Records)

Der Beitrag ist noch bis zum 27.03.2020 00:00:00 verfügbar.