Popkultur | ARTE

Sound of Freedom – Der Soundtrack der Freiheit

200 Jahre Musik der Freiheit, der Hoffnung, des Protests: Die zweiteilige Dokumentation geht zurück zu den Wurzeln - zeigt Rebellen, Querdenker und Friedenskämpfer. Von der "Marseillaise" über "Bella Ciao" bis zu "I Will Survive" haben Lieder den Lauf der Geschichte verändert und sind zu ikonischen Erkennungsmelodien geworden.

Der britische Musiker und DJ Don Letts © Paul Crowther
Der britische Musiker und DJ Don Letts | © Paul Crowther

Superstar Beyoncé macht es ganz aktuell vor: Erfolgreiche Popmusik kann politisch sein. Ihre Bekanntheit nutzt sie, um auf die Diskriminierung der Schwarzen in den USA aufmerksam zu machen und für die Gleichberechtigung der Frau zu kämpfen. Damit steht die Sängerin in einer langen Tradition von Musik, die die Welt veränderte.

Die Dokumentation blickt zurück in die Geschichte des „Sound of Freedom“: Von der „Marseillaise“ über Billie Holidays „Strange Fruit“ bis zu „Girls Just Wanna Have Fun“ und „Wind of Change“.

Max Spallek spricht darüber mit dem Regisseur der Dokumentation Bernard Wedig.

Der britische Musiker und DJ Don Letts © Paul Crowther
Paul Crowther
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Die „Marseillaise“ ist bis heute der Inbegriff von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. In Zeiten des Terrors vereint und tröstet sie. Ganz aktuell wird das Lied wieder von den sogenannten Gelbwesten skandiert. Während der Französischen Revolution rief es das Volk an die Waffen und diente den Truppen zum Marschieren. Heute wird darüber diskutiert, ob man besonders blutige und gewaltverherrlichende Passagen ändern sollte.

Cindy Laupers „Girls Just Wanna Have Fun“ mag heute ein banaler Popsong sein, Anfang der 80er Jahre ist es eine weibliche Befreiungshymne. Ein spaßbetontes Statement zur Selbstermächtigung der Frau.

Schon die Suffragetten-Bewegung Anfang des 20. Jahrhunderts hatte ihren eigenen Soundtrack. Mit dem Song „March of the Women“ kämpfen die Engländerinnen für das Wahlrecht der Frauen. In den letzten Jahren werden die Stimmen der Frauen mit dem „Women‘s March“ gegen Donald Trump oder der #MeToo-Debatte wieder lauter. Selbstbestimmte Frauen sind angesagter denn je und Musikerinnen wie Beyoncé kämpfen auf ihre Art für die Gleichberechtigung.

„Wind of Change“ von den Scorpions ist 1989 die Hymne des Mauerfalls. Kaum ein Song bringt die Emotionen rund um das Ende des Kalten Krieges so auf den Punkt. Der Text feiert den gegen Ende der 80er Jahre mit Glasnost und Perestroika einsetzenden politischen Wandel in Europa. Nach dem Mauerfall wird im vereinigten Berlin der Techno zum Inbegriff der Freiheit.

Quelle: ARTE