Berlin-Tempelhof

Proberäume: Bunker muß schließen

Mehr als 50 Musiker und Bands verlieren ihre Proberäume, weil ihre Mietverträge plötzlich gekündigt wurden – dieser Hilferuf erreichte uns Anfang der Woche aus Tempelhof. Klingt erstmal wie ein klassischer Fall von Gentrifizierung – aber ist das wirklich so?

Der Rapper und Produzent Discocontrol © Klaas-Wilhelm Brandenburg
Der Rapper und Produzent Discocontrol | © Klaas-Wilhelm Brandenburg

In einem Hochbunker aus dem zweiten Weltkrieg in der Tempelhofer Friedrich-Karl-Straße. Von der Straße aus sieht man den Bunker kaum, weil er nicht direkt an der Straße steht und dazu auch noch grau und ziemlich unscheinbar aussieht. Dieser Bunker gehört seit fünfeinhalb Jahren der Immobilienfirma Covivio, und in ihm gibt’s 47 Proberäume für Musiker. Einen davon hat sich der Rapper und Produzent Discocontrol gemietet. Den 20 Quadratmeter großen Raum hat er vor allem zum Produzieren genutzt, es war sein Haupt-Arbeitsraum, 40 bis 50 Stunden die Woche war er hier. Weniger als 200 Euro Miete musste er dafür bisher pro Monat zahlen. Als er vergangenen Freitag von der fristlosen Kündigung erfahren hat, hat es ihm erstmal den Boden unter den Füßen weggezogen, meinte er zu mir. Denn bisher hat er mit seiner Kunst und mit dem Produzieren Geld verdient – aber das geht jetzt nicht mehr.

Wir haben unseren Reporter Klaas-Wilhelm Brandenburg losgeschickt.

Der Rapper und Produzent Discocontrol © Klaas-Wilhelm Brandenburg
Klaas-Wilhelm Brandenburg
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