World Harvest Radio

Verkauf der Sendeanlage WHRI geplatzt

Seit dem 28. März 2021 steht die Sendeanlage des seinerzeit abgeschalteten World Harvest Radio im US-Bundesstaat South Carolina still. Es sieht nicht mehr so aus, als ob sich das noch einmal ändern wird: Ein bereits im August 2020 abgeschlossener Vorvertrag über den Verkauf dieser Kurzwellenstation ist geplatzt.

Family Broadcasting Corporation hereby withdraws the application in light of the termination of the Asset Purchase Agreement.
© fcc.gov

Family Broadcasting, die Betreibergesellschaft des entfallenen World Harvest Radio, hat entsprechend am 13. August 2021 bei der Regulierungsbehörde FCC den Antrag auf Genehmigung des Verkaufs zurückgezogen.

Der Vorvertrag sah eine Veräußerung an den Betreiber der Kurzwellenstation WBCQ, Allan Weiner, vor. Dieser ist in seiner wöchentlichen eigenen Sendung bereits auf das Thema eingegangen, wobei sich seine mit im Studio anwesende Lebensgefährtin zu einer offenen Drohung hinreißen ließ.

Demnach enthielt der Vorvertrag die Maßgabe, den Verkauf innerhalb eines Jahres zu vollziehen. Nachdem das nicht geschah, hat der Vertrag zum 10. August seine Gültigkeit verloren. Zu einer Verlängerung der Bindefrist war Family Broadcasting nicht bereit. Daran wollte Weiner ausdrücklich keine Kritik üben.

Weiner beschuldigte die FCC, in Kenntnis dieser Frist auf Zeit gespielt und sich so eine formelle Ablehnung des Antrags erspart zu haben. Nach früheren, von Weiner so jetzt nicht wiederholten Aussagen droht der stillgelegten Kurzwellenstation damit die Demontage.

Barbara Weiner: Allan Weiner is fronting for a foreign national for WBCQ shortwave in Monticello, Maine.
© FCC

Einspruch gegen das Geschäft erhoben hatte bei der FCC niemand anderes als Barbara Weiner, die Schwester von Allan Weiner. Sie artikulierte Entsetzen über das aus ihrer Sicht verantwortungslose Verhalten ihres Bruders.

In ihrer Zuschrift ging Barbara Weiner zunächst auf den 500 kW starken Sender ein, um den die Kurzwellenstation WBCQ in Maine erweitert wurde. Dieser Sender überträgt ausschließlich das Programm des ägyptischen Milliardärs Galal Doss.

Das Grundstück, auf dem dieser Sender steht, sei, so Barbara Weiner, von Doss für 400.000 Dollar gekauft und seinem Missionswerk „World’s Last Chance“ zugeordnet worden. Allan Weiner sei bei diesem Projekt kein Partner, sondern lediglich mit 100.000 Dollar bedacht worden.

Barbara Weiner beschrieb ihren Bruder als reinen Strohmann, der von Doss beauftragt sei, in den USA so viele Kurzwellenanlagen wie möglich aufzukaufen. Sie finde das nicht richtig. Allan Weiner sei bereits vorbestraft.

Barbara Weiner: Currently, [...] has sent Allan Weiner the $1,250,000.00 to buy WHRI in South Carolina.
© FCC

Den im nun geplatzten Vorvertrag vereinbarten Kaufpreis von 1,25 Millionen Dollar habe Galal Doss bereits bereitgestellt. Für ein Honorar von 37.500 Dollar mitgewirkt habe dabei ein Berater aus Florida.

Der Zuschrift von Barbara Weiner waren als Beleg verschiedene Schriftstücke beigefügt. Nicht als Betriebs- und Geschäftsgeheimnis zurückgehalten hat die FCC davon lediglich eine Mail, die offensichtlich von Galal Doss stammt.

Darin formuliert wird Befremden darüber, wie man die Techniker von WBCQ erst habe dazu bringen müssen, sich gegen den Lieferanten des Senders zu verteidigen. Nach dessen Meinung haben Schwierigkeiten und Ausfälle, die anfangs auftraten, ihre Ursache in einem unsachgemäßen Umgang mit der Anlage.

Das zeigt bereits deutlich, wer bei dem vorerst ausschließlich auf 9330 kHz betriebenen Großsender das Sagen hat.

I am shocked beyond words that they need my prodding to defend themselves against CEC allegations.
© FCC

 

Autor: Kai Ludwig; Stand vom 26.08.2021