Eintagsfliege

La Voix de Djibouti bleibt abgeschaltet

Dem Reigen der Kurzwellen-Eintagsfliegen hat sich auch La Voix de Djibouti angeschlossen. Die im Juni 2020 nach einem Jahrzehnt noch einmal aufgenommenen terrestrischen Ausstrahlungen verschwanden schon nach wenigen Wochen und sind seitdem nicht wieder aufgetaucht.

La Voix de Djibouti
© lavoixdedjibouti.info

Auch 2010 hatte La Voix de Djibouti die terrestrischen Sendungen schon kurz nach der ersten Ausgabe eingestellt und sich ganz auf das Internet konzentriert.

Die kurzzeitige Neuauflage nach zehn Jahren blieb mit wöchentlich einer Stunde auf der Kurzwellenstation Kostinbrod bei Sofia von vornherein recht bescheiden. Sie war eine Reaktion auf die Sperrung der betreffenden Internetadressen in Dschibuti.

Darüber, von wem diese Sendungen stammen, gibt es nur eine vage Andeutung: „Demokraten in der Diaspora“, konkret in Belgien.

Deren Internetauftritt bezieht sich prominent auf die „Rangliste der Pressefreiheit“, in der das Land einen der letzten Plätze einnimmt. In der Ausgabe 2021 folgen nach Dschibuti nur noch China, Turkmenistan, Nordkorea und Eritrea.

Das stört jedoch niemanden weiter, wenn es darum geht, die strategische Lage des Landes zu nutzen. Im Falle der USA gehört dazu auch der Betrieb eines Mittelwellensenders für den Auslandsrundfunk.

Dschibuti
© Sammlung University of Texas

 

Autor: Kai Ludwig; Stand vom 25.06.2021