Sambia, USA, Israel

Die Aktivitäten der Voice of Hope

Die Voice of Hope, eine – nicht mit der identischen Medienmarke der Siebenten-Tags-Adventisten zu verwechselnde – US-amerikanische Missionsunternehmung, ist derzeit an drei Standorten aktiv: Mit Kurzwellensendungen in Sambia und den USA sowie auf Mittelwelle aus Israel.

Voice of Hope, Sambia
Sendeanlage der „Voice of Hope“ in Sambia mit Antennen für südliches Afrika (links) und Westafrika (Foto: PR)

Die Kurzwellenstation in Sambia ist ein Werk von Christian Vision, der 1988 gegründeten Missionsgesellschaft des britischen Milliardärs Robert Edmiston. Sie war 1994 zunächst mit einer Antenne zur Abdeckung des südlichen Afrika in Betrieb gegangen.

2007 folgten noch ein zweiter Sender und eine nach Westafrika strahlende Antenne. Damit ersetzte Christian Vision die Ausstrahlung eines für Nigeria bestimmten Programms aus der inzwischen nicht mehr existierenden Sendestation Wertachtal bei Buchloe.

Als Neugründung hatte Christian Vision nicht jene Bindung an die Kurzwelle, wie sie für die traditionsreichen Missionsgesellschaften typisch ist. Auf den Bedeutungsverlust dieses Verbreitungswegs reagierte Christian Vision deshalb mit einem noch rigoroseren Ausstieg als die säkularen Auslandssender.

In Deutschland (Jülich) und Australien mündete das in den Abbruch der dortigen, erst wenige Jahre zuvor aufgekauften Sendestationen. In Sambia blieb hingegen nicht nur das Hörfunkprogramm erhalten, sondern nach der Einstellung des Sendebetriebs im Jahre 2012 auch die Kurzwellenanlage.

Somit kam es 2016 zunächst zu Tests der Sender und zum Aufbau eines Produktionsstandorts in Lusaka. Inzwischen gibt es einen umfangreicheren Sendebetrieb, bei dem sich immer wieder einmal die Sendezeiten ändern.

Im jüngsten, zum 4. Juni 2019 eingeführten Programmschema arbeiten die Sender nach MESZ von 15.00 bis 18.00 Uhr, am Wochenende schon ab 14.00 Uhr, auf 9680 und 13680 kHz, daran anschließend bis 21.00 Uhr dann auf 4965 und 6065 kHz.

Dabei laufen die Frequenzen 4965 und 9680 kHz über die steil nach oben strahlende Antenne für die regionale Versorgung, die anderen Frequenzen über die Westafrika-Antenne.

Diese Sendestation, reichlich 30 km südwestlich von Lusaka, hat nichts mit den Anlagen der staatlichen Zambia National Broadcasting Corporation zu tun. Dort ist als letzter Rest des einst umfangreichen AM-Betriebs jetzt noch ein Kurzwellensender fast ganztags auf 5915 kHz aktiv.

In Kalifornien gehört seit 2011 der Kurzwellensender KVOH zum Netz der heutigen Voice of Hope. Er war 1986 bereits von dieser Veranstalterlinie in Betrieb genommen und ab 2004 vorübergehend in andere Hände gegeben worden.

Von Anfang an unverändert geblieben ist die nach Lateinamerika gerichtete Frequenz 17775 kHz. Sie wird tagsüber (Ortszeit, nach MESZ ungefähr zwischen 16.00 und 21.00 Uhr) mit größtenteils spanischsprachigen Programmen betrieben.

Die Sendestation bei Chatsworth, am nordwestlichen Stadtrand von Los Angeles, arbeitet bis heute mit ihrem ursprünglichen Sender. Er war ab etwa 1968 zunächst bei Radio HCJB in Ecuador im Einsatz und dort dann durch modernere Technik ersetzt worden.

Dieser inzwischen unter größeren technischen Problemen leidende Sender soll demnächst durch ein jüngeres, wiederum gebraucht erworbenes, bereits aufgebautes Gerät abgelöst werden. Eventuell könnte von der Station dann auch wieder in Europa etwas zu hören sein.

Seit 2017 betreibt die Voice of Hope auch einen Standort in Israel. Gesendet wird hier auf der Mittelwelle 1287 kHz, die der Militärrundfunk Galei Zahal um 2005 aufgegeben hatte.

Genutzt wird nicht wieder der frühere Sender von Galei Zahal, sondern die Mittelwellenanlage bei der Siedlung She'ar Yashuv, drei Kilometer entfernt vom Dreiländereck zwischen Libanon, Israel und Golanhöhen. Sie wurde ihrerseits erst um 2005 aufgebaut, um auf 882 und 1458 kHz mit jeweils 10 kW hebräischsprachige Programme des damaligen Kol Israel abzustrahlen.

Für die Frequenz 1287 kHz ergänzte das Betreiberunternehmen Bezeq die Anlage noch um einen dritten, von der Voice of Hope beigestellten, 50 kW starken Sender. Er wurde über eine Antennenweiche mit an den vorhandenen Mast angeschlossen.

Eine besondere Wahl traf die Voice of Hope für den Produktionsstandort: Bet Gabriel am See Genezareth. Das Programm aus den dort eingerichteten Studios wird, abgesehen von zwei Stunden in Englisch am späten Freitagabend (22.00-24.00 Uhr MESZ), in arabischer Sprache gestaltet.

Sollten sich hierfür Finanzquellen auftun, will die Voice of Hope auch noch mit Kurzwellensendungen aus der Station Jawne bei Tel Aviv beginnen. Dabei ist an ein Programm in Farsi für den Iran gedacht.

Von den Vorhangantennen, über die Kol Israel bis 2008 nach Europa gesendet hatte, sind inzwischen nur noch die leeren Türme übrig. In gutem Zustand und von Bezeq für eine erneute Nutzung vorgeschlagen ist hingegen eine drehbare logarithmisch-periodische Antenne.

Allerdings sieht sich Bezeq nicht in der Lage, die seit 2013 nicht mehr genutzten Kurzwellensender (ab 2008 lief über sie noch eine täglich anderthalbstündige Iran-Sendung von Kol Israel) noch einmal in Betrieb zu nehmen. Auch hier wurde die Voice of Hope darauf verweisen, selbst ein Sendegerät beizustellen.

Dazu war 2017 die Rede von einer nicht näher beschriebenen Quelle in Deutschland, aus der man einen gebrauchten Sender mit 100 kW Leistung bekommen könnte.

King of Hope, 6280 kHz
Bestätigungskarte (Vorder- und Rückseite) von High Adventure Ministries für die Sendungen aus dem Libanon (Sammlung Martin Elbe)

Mit dem Sendestart in Israel kehrte die Voice of Hope in die Region ihrer Anfänge zurück: Ab 1978 war sie unter ihrer damaligen Firmierung, High Adventure Ministries, aus dem Süden des Libanon aktiv. Nach dessen Besetzung durch Israel im Jahre 1982 wurde der Sendebetrieb weiter geduldet.

Über Fernsehen, UKW und Mittelwelle hinaus gehörten zu diesem Betrieb auch Kurzwellensender mit 10 bis 25 kW Leistung. Deren Ausstrahlungen wurden nicht als Voice of Hope, sondern als „King of Hope“ (auf 6280 kHz) bzw. als „Wings of Hope“ (auf 11530 kHz) präsentiert.

Der Rückzug des israelischen Militärs aus dem Südlibanon im Jahre 2000 führte sofort zum Ende der dortigen Aktivitäten von High Adventure Ministries. Die Kurzwellensender wurden nach Liberia umgesetzt, wo deren angestrebter erneuter Einsatz aber nicht über kurzzeitige Tests hinauskam.

Anschließende Bestrebungen, die Sender stattdessen in Uganda zu betreiben, verliefen im Sande. Zugleich spaltete sich High Adventure Ministries in verschiedene Zweige auf, darunter Bible Voice Broadcasting, bis heute bei der Media Broadcast ein Stammkunde für Kurzwellensendungen.

 

Autor: Kai Ludwig; Stand vom 10.06.2019