1287 kHz

Voice of Hope in Israel abgeschaltet

2017 war die Voice of Hope, die von 1978 bis 2000 aus dem Südlibanon gesendet hatte, mit einer Mittelwellenfrequenz in Israel in die Region zurückgekehrt. Mit dem Jahr 2019 hat diese Ausstrahlung nun zumindest vorerst wieder ihr Ende gefunden.

King of Hope, 6280 kHz
Vorgänger der heutigen Voice of Hope: 6280 kHz aus dem Süden des Libanon (Quelle: Sammlung Martin Elbe)

Zu den Gründen will die Voice of Hope sich nicht äußern und verweist nur vage auf noch laufende Verhandlungen.

Die jetzt abgeschaltete Ausstrahlung lief auf 1287 kHz, der früheren, um 2005 aufgegebenen Hauptmittelwelle des Militärrundfunks Galei Zahal. Für die Voice of Hope wieder in Betrieb genommen wurde sie auf einer Sendestation bei der Siedlung She’ar Yashuv, nur drei Kilometer entfernt vom Dreiländereck zwischen Libanon, Israel und Golanhöhen.

Diese Mittelwellenanlage war ihrerseits erst um 2005 aufgebaut worden, um auf 882 und 1458 kHz mit jeweils 10 kW hebräischsprachige Programme des damaligen Kol Israel abzustrahlen. Für die Frequenz 1287 kHz wurde an die dortige Antenne noch ein dritter, 50 kW starker Sender angeschlossen.

Über diese Sendetechnik verbreitete die Voice of Hope ein Programm in arabischer Sprache. Es kam aus hierfür eingerichteten Studios im Kulturzentrum Bet Gabriel am See Genezareth.

Dieses Mittelwellenprojekt hatte einen Vorgänger im Süden des Libanon. Ab 1978 waren die kalifornischen Missionare dort mit dem ganzen Spektrum von Fernsehen, UKW und Mittelwelle bis hin zu Kurzwellensendern mit 10 bis 25 kW aktiv. Letztere waren vor allem auf der markanten Frequenz 6280 kHz auch in Europa allabendlich zu hören.

Nach der Besetzung des Südlibanon wurde der Betrieb dieser Sender ab 1982 durch Israel weiterhin geduldet. Der israelische Rückzug im Jahre 2000 führte dann zum sofortigen „Aus“ für die Station.

Die Kurzwellensender wurden nach Liberia umgesetzt, wo es aber lediglich zu kurzzeitigen Tests kam. Anschließende Bestrebungen, die Sender stattdessen in Uganda zu betreiben, verliefen im Sande.

Zugleich spaltete sich der Betreiber, der bis dahin als „High Adventure Ministries“ firmierte, in verschiedene Zweige auf. Einer davon ist Bible Voice Broadcasting, bekannt durch die Bespielung von Sendezeit auf den Kurzwellenanlagen der Media Broadcast.

1986 hatten diese Betreiber auch eine Kurzwellenstation in Chatsworth, am nordwestlichen Stadtrand von Los Angeles, in Betrieb genommen. Sie wurde 2004 zunächst in andere Hände gegeben, gehört seit 2011 aber wieder zum Netz der heutigen Voice of Hope.

Die mit der Kennung KVOH versehene Station verbreitet Programme für Lateinamerika. Sie arbeitet bis heute mit ihrem ursprünglichen Sender auf der ursprünglichen Frequenz 17745 kHz. Der Sender war bereits ab etwa 1968 bei Radio HCJB in Ecuador im Einsatz und dort später von modernerer Technik abgelöst worden.

Ein Ersatz dieses alten Senders ist angekündigt, bislang aber nicht realisiert worden. Somit leiden die Ausstrahlungen weiterhin unter erheblichen technischen Problemen und sind in Europa kaum zu hören.

Vorgesehene Sendezeiten sind derzeit nach MEZ an Arbeitstagen von 16.00 bis 21.00 Uhr (dienstags und donnerstags bis 23.00 Uhr) mit spanischsprachigem Programm sowie sonnabends von 17.00 bis 22.00 Uhr mit Beiträgen in englischer Sprache.

Voice of Hope, Sambia
Die Sendestation bei Lusaka mit den beiden Antennen für südliches Afrika (links) und Westafrika

2016 kam es doch noch zu Sendungen der Voice of Hope in Afrika, und zwar aus Sambia. Die alten Geräte aus den Libanon-Tagen sind natürlich längst vergessen. Vielmehr hatte die Voice of Hope hier zugegriffen, als eine deutlich leistungsfähigere Sendeanlage zu haben war.

Diese Sendestation, reichlich 30 km südwestlich von Lusaka, ist ein Werk von Christian Vision, der 1988 gegründeten Missionsgesellschaft des britischen Milliardärs Robert Edmiston. Sie war 1994 zunächst mit einer Antenne zur Abdeckung des südlichen Afrika in Betrieb gegangen.

2007 folgten noch ein zweiter Sender und eine nach Westafrika strahlende Antenne. Damit ersetzte Christian Vision die Ausstrahlung eines für Nigeria bestimmten Programms aus der inzwischen nicht mehr existierenden Sendestation Wertachtal bei Buchloe.

Als Neugründung hatte Christian Vision nicht jene Bindung an die Kurzwelle, wie sie für die traditionsreichen Missionssender typisch ist. Auf den Bedeutungsverlust dieses Verbreitungswegs reagierte Christian Vision deshalb mit einem noch rigoroseren Ausstieg als viele andere säkulare und inzwischen auch religiöse Sender.

In Deutschland (Jülich) und Australien mündete das in den Abbruch der dortigen, erst wenige Jahre zuvor aufgekauften Sendestationen. In Sambia blieb hingegen nicht nur das Hörfunkprogramm erhalten, sondern nach ihrer Abschaltung im Jahre 2012 auch die Kurzwellenanlage, die schließlich an die Voice of Hope verkauft werden konnte.

Seit Herbst 2019 wird die Sendestation allerdings als Maßnahme der Lastverteilung nur noch in der ersten Tageshälfte mit Elektroenergie beliefert. Deshalb kann das in Lusaka produzierte Programm einstweilen auch nur noch zwischen 5.00 und 12.00 Uhr MEZ auf 9680 und 11680 kHz abgestrahlt werden.

 

Autor: Kai Ludwig; Stand vom 08.02.2020