Kongo

Bukavu auf 6210 kHz

Im früheren Belgisch-Kongo halten US-amerikanische Missionare nach wie vor die Fahne des Kurzwellenrundfunks hoch. Zum Einsatz kommt zwar nur ein Kleinsender mit einem Kilowatt, jedoch auf einer weitestgehend freien Frequenz, womit auch in Europa an sportliche Empfangsversuche gedacht werden kann.

Radio Kahuzi
Der Betreiber Richard McDonald am Sender | © Radio Kahuzi

Dieses Radio Kahuzi sendet seit 1992 in Bukavu, an der Grenze des Kongo zu Ruanda. Zur Ergänzung der örtlichen Ausstrahlung auf UKW stellte das damalige Radio HCJB im Jahre 2001 den Kurzwellensender bereit.

Behindert wird der Sendebetrieb durch den maroden Zustand des örtlichen Stromnetzes, in dem es laufend zu Kurzschlüssen kommt. An vielen Tagen beschränkt sich die Versorgung auf wenige Stunden.

Wenn die Stromzuführung läuft, macht Radio Kahuzi üblicherweise zwischen 20.00 und 20.30 Uhr (MESZ, für das hiesige Winterhalbjahr entsprechend 19.00/19.30 Uhr MEZ) Feierabend. Zu dieser Abendzeit kommt, abgesehen von den kurzen Nächten im Mai bis Juli, mitunter auch noch in Europa ein sehr schwaches Signal an.


Vorletzte Kurzwellenstation des Kinshasa-Kongo war Radio Candip, gegründet 1977 von einer Bildungseinrichtung in Bunia, ebenfalls im äußersten Osten des Landes. Radio Candip dürfte jetzt nur noch auf UKW senden; auf der Kurzwelle 5066 kHz wurde es zuletzt im Frühjahr 2017 gehört.

Drittletzte Kurzwellenstation war Radio Okapi, eines der Projekte von Vereinten Nationen und Stiftung Hirondelle (Schweiz). Ab 2001 nutzte Radio Okapi zunächst die alten Kurzwellensender in Kinshasa. Sie wurden 2005 durch einen nur noch stundenweisen Betrieb der Frequenzen aus dem Ausland ersetzt, der schließlich 2013 entfiel.

Schon länger nur noch Erinnerung sind die Kurzwellenübertragungen des Staatsfunks in Kinshasa. Auch auf rtnc.cd gab es im Mai 2020 nur eine Wartungsseite zu sehen. Für Europa bleibt damit einzig der an große Antennen gebundene Empfang des Satellitensignals im C-Band (2,8° Ost, 3,987 GHz rz).

Zum Zustand des Fernsehens in Kinshasa erschien bereits 2011 dieser Bericht:

 

Autor: Kai Ludwig; Stand vom 01.06.2020