Für Tschukotka

Versuchssendungen aus Komsomolsk am Amur

Bestrebungen, zur flächendeckenden Hörfunkversorgung von Kamtschatka erneut die Kurzwelle zu nutzen, sind zumindest bis jetzt nicht über einen zeitweisen Versuchsbetrieb im Jahre 2018 hinausgekommen. Einen eigenen Anlauf unternimmt nun der Autonome Kreis der Tschuktschen, ganz am Ende von Eurasien.

Lawrentija, Tschukotka
Tschukotka: Die Siedlung Lawrentija an der gleichnamigen Bucht der Beringstraße | © Ansgar Walk, CC-BY-SA

Mehr als Mittelwellensender mit 25 kW hat es, was den AM-Rundfunk betrifft, dort nie gegeben. Das Konzept sieht auch keine Ausstrahlung aus der Region selbst vor, sondern – für den Kurzwellenhörfunk durchaus nicht ungewöhnlich – den Einsatz einer außerhalb des Zielgebiets liegenden Sendeanlage.

Die Wahl fiel auf Komsomolsk am Amur. Dort gibt es nordwestlich der Stadt eine nach dem Funkpionier Alexander Popow benannte Siedlung mit für sich sprechenden Straßennamen: Matschtowaja uliza, Antennaja uliza.

Auf dieser seit 1939 bestehenden Sendestation ruht der Betrieb der Kurzwellentechnik bereits seit etwa 2011. Bis dahin kamen von dort auch Programme der Deutschen Welle.

Luftbilder lassen inzwischen einen größeren Teil der Kurzwellenantennen (Fotos: 1.), 2.), 3.), 4.)) vermissen. Vorhanden ist aber auf jeden Fall noch dieses Antennenpaar für Ausstrahlungen nach Süd/Südwesten oder eben Nord/Nordosten:

Das Projekt der Tschuktschen setzt auf digitale Ausstrahlungen. Bei der jetzt aufgenommenen Serie von Versuchssendungen soll jedoch auch mit analogen Übertragungen zu rechnen sein.

Bereits durch Empfangsbeobachtungen bestätigt wurden die Strahlungsversuche auf der Frequenz 12025 kHz. Sie ist für das Zeitfenster von 22.00 bis 5.00 Uhr MESZ vorgesehen. Zwischen 5.00 und 12.00 Uhr könnte dann auf 15735 kHz gesendet werden.

 

Autor: Kai Ludwig; Stand vom 05.09.2019