1431 kHz

Voice of America aus Dschibuti

Nach der 2019 vollzogenen Einstellung des Sudan-Programms von Radio Sawa, dem Hörfunkableger von Alhurra, ist dessen Mittelwellensender in Dschibuti nicht stillgelegt worden, sondern überträgt weiterhin Programme der ältesten Einheit des Auslandsrundfunks der USA, der Voice of America.

Dschibuti, 1431 kHz
Mittelwellensender 1431 kHz in Dschibuti | © Thomcast

Der Sender wird jetzt noch zwischen 17.30 und 5.00 Uhr MESZ (nach MEZ dann entsprechend eine Stunde früher) eingeschaltet. Bemerkenswert ist insbesondere die hier ausgestrahlte Sendung in somalischer Sprache.

Nach dem Scheitern der US-Militäroperation in Somalia hatte die VOA diese Sendungen 1994 zunächst eingestellt, sie dann aber 2007 wieder aufgenommen. Auslöser des Rückzugs vom Rückzug waren erneute heftige Gefechte in Mogadischu und die durch sie ausgelösten Fluchtbewegungen.

Ein kompetenter Mitarbeiter stellte das Hin und Her seinerzeit der kontinuierlichen BBC-Präsenz in Somalia gegenüber und bemerkte, dieses unkontinuierliche Vorgehen sei typisch für „die Tragödie der Methoden des Auslandsrundfunks der USA“.

Auf der Dschibuti-Frequenz 1431 kHz läuft das Somalia-Programm der VOA von 19.00 bis 20.00 Uhr MESZ (18.00-19.00 Uhr MEZ). Das ist lediglich die letzte von insgesamt vier Sendestunden pro Tag, die ansonsten von verschiedenen Standorten aus auf Kurzwelle kommen. Die dafür bis zum 24. Oktober 2020 geltenden Details:

05.30-06.00 Uhr: 7260 kHz (Radio Vatikan), 13680 kHz (Kuwait), 15620 kHz (Thailand)
12.30-13.00 Uhr: 11760 kHz (Abu Dhabi), 15620 und 17775 kHz (Radio Vatikan)
15.00-16.00 Uhr: 15620 kHz (Botswana), 17530 kHz (Radio Vatikan)
18.00-19.00 Uhr: 15620 kHz (Botswana)
18.00-20.00 Uhr: 12055 kHz (Thailand)
19.00-20.00 Uhr: 15620 kHz (Kuwait)

Daneben läuft auf 1431 kHz an Arbeitstagen von 23.00 bis 23.30 Uhr MESZ (22.00-22.30 Uhr MEZ) eine Sendung in französischer Sprache. Ansonsten wird die Frequenz mit dem Programm in englischer Sprache bespielt. Auf eine Nutzung für die Äthiopien-Programme wie auch für die Suaheli-Sendungen wird aus unbekannten Motiven verzichtet.


Dieser 600 kW starke Sender wurde 2004 gebaut. Auftragnehmer war, wie schon bei anderen Projekten des US-Auslandsrundfunks, auch hier wieder die damalige Firma Thomcast (Frankreich/Schweiz/Deutschland). Das brachte den Verantwortlichen in Washington den Vorwurf ein, sie würden sich „unpatriotisch“ verhalten.

Als Gegenleistung für die Erteilung der Lizenz war hier auch noch ein neuer Kurzwellensender für Radiodiffusion Télévision de Djibouti zu liefern. Er nahm 2005, rund ein Jahrzehnt nach dem Ausfall seines Vorgängers, den Betrieb auf der alten Frequenz 4780 kHz auf. Seit 2015 bleibt dieser Sender jedoch ausgeschaltet.

Radio Sawa seinerseits wurde 2019 nicht nur vom Sender Dschibuti genommen. Auch die aus Zypern abgestrahlte Programmversion für die Mittelmeeranrainer ist entfallen, was in die völlige Abschaltung der gemeinsam mit France Médias Monde betriebenen Mittelwellenstation mündete.

An die Stelle dieser Programmversion trat ein neukonzipierter Kanal für den Libanon, Syrien, Israel, Palästina und Jordanien. Abgestrahlt wird er aus Kuwait auf 1548 kHz, der früheren Frequenz des ebenfalls eingestellten Sawa-Programms für Saudi-Arabien.

Daneben gibt es noch einen Kanal für den Irak. Er kommt aus Kuwait auf 1593 kHz, betrieben mit genau jenem Röhrensender, den Radio Free Europe / Radio Liberty bis 2001 in Oberlaindern bei Holzkirchen eingesetzt hatte, ab 1994 zufälligerweise auch dort schon auf dieser Frequenz (davor auf 720 kHz).

Nach der Abschaltung war der Mittelwellenmast in Oberlaindern nicht etwa verschrottet, sondern sorgfältig demontiert und ebenfalls nach Kuwait abtransportiert worden. 2013 wurden die dort eingelagerten Mastschüsse schließlich RTD in Dschibuti zur weiteren Nutzung überlassen.

Mittelwellenmast Oberlaindern
Der 2001 abgeschaltete und kurz danach demontierte Mittelwellenmast in Oberlaindern | © Dr. Hansjörg Biener

 

Autor: Kai Ludwig; Stand vom 19.08.2020