1431 kHz

Radio Sawa auch nicht mehr aus Dschibuti

Nach der Mittelwelle 990 kHz aus Zypern ist für Radio Sawa, das arabischsprachige Hörfunkangebot der U.S. Agency for Global Media, nun auch die Ausstrahlung aus Dschibuti entfallen. Hier wurde der Sender allerdings nicht stillgelegt, sondern überträgt weiterhin Programme der Voice of America.

Dschibuti, 1431 kHz
Mittelwellensender 1431 kHz in Dschibuti | © Thomcast

Diese Mittelwellenanlage mit einem 600 kW starken Sender und einer aus drei Masten bestehenden Antenne fand ihren Platz am westlichen Stadtrand von Dschibuti. Sie entstand 2004 eigens für ein Sudan-Programm von Radio Sawa.

Auftragnehmer war, wie auch schon bei früheren Projekten, die damalige Firma Thomcast (Frankreich/Schweiz/Deutschland). Diese Vergabe brachte den Verantwortlichen in Washington den Vorwurf ein, sie würden sich „unpatriotisch“ verhalten.

Als Gegenleistung für die Erteilung der Lizenz war hier auch noch ein neuer Kurzwellensender für Radiodiffusion Télévision de Djibouti zu liefern. Er nahm 2005, rund ein Jahrzehnt nach dem Ausfall seines Vorgängers, den Betrieb auf der alten Frequenz 4780 kHz auf. Seit 2015 bleibt dieser Sender jedoch ausgeschaltet.

Nachdem die speziellen, auf Kurzwelle ausgestrahlten Sendungen für Darfur bereits 2018 eingestellt wurden, hat die USAGM mit dem Entfall des Sawa-Programms auf 1431 kHz die Verbreitung arabischsprachiger Hörfunksendungen in Afrika nun ganz beendet.

Auch das für Saudi-Arabien bestimmte Programm von Radio Sawa ist entfallen. Die bislang dafür genutzte, von der eigenen Sendestation der USAGM in Kuwait betriebene Frequenz 1548 kHz ersetzt jetzt den abgeschalteten Sender auf Zypern, wobei aber Ägypten ausdrücklich kein Zielgebiet mehr ist.

Das neu auf 1548 kHz ausgestrahlte Programm richtet sich nur noch an Publika in Syrien, dem Libanon, Israel, Palästina und Jordanien. Diese Fokussierung ist verbunden mit inhaltlichen Änderungen.

Daneben verblieb noch ein weiteres Programm von Radio Sawa für den Irak. Es wird dort über ein umfangreiches UKW-Netz ausgestrahlt.

Dazu kommt als Ergänzung die Mittelwelle 1593 kHz, ebenfalls aus Kuwait. Betrieben wird sie dort mit genau jenem Röhrensender, den die Vorgänger der heutigen USAGM bis 2001 in Oberlaindern bei Holzkirchen eingesetzt hatten; ab 1994 zufälligerweise auch dort schon auf dieser Frequenz (davor auf 720 kHz).

Nach der Abschaltung war der Mittelwellenmast in Oberlaindern nicht etwa verschrottet, sondern sorgfältig demontiert und ebenfalls nach Kuwait abtransportiert worden. 2013 wurden die dort eingelagerten Mastschüsse schließlich RTD in Dschibuti zur weiteren Nutzung überlassen.

Mittelwellenmast Oberlaindern
Der 2001 abgeschaltete und kurz danach demontierte Mittelwellenmast in Oberlaindern | © Dr. Hansjörg Biener


Seit 2007 ist auch die Voice of America über den Mittelwellensender in Dschibuti zu hören, und zwar mit Sendungen in Somali. Diese waren zuvor 1994, nach dem Scheitern der US-Militäroperation in Somalia, eingestellt worden.

Zur Wiederaufnahme führten erneute heftige Gefechte in Mogadischu und die durch sie ausgelösten Fluchtbewegungen. Die Selbstsicherheit, mit der die VOA ihren Rückzug vom Rückzug mitteilte, kommentierte ein Mitarbeiter als typisch für „die Tragödie der Methoden des Auslandsrundfunks der USA“.

Diese Sendeserie hat bis heute Bestand. Auf 1431 kHz läuft das somalische Programm jetzt von 19.00 bis 20.00 Uhr. Parallel eingesetzte Kurzwellenfrequenzen sind bis zum 26. Oktober 12055 kHz aus Thailand und 15620 kHz aus Kuwait.

Ansonsten kommen über den Sender in Dschibuti, der auch schon während der Nutzung durch Radio Sawa tagsüber ausgeschaltet blieb, jetzt von 17.30 bis 19.00 Uhr und ab 20.00 Uhr die Nacht hindurch bis 5.30 Uhr Programme der VOA in Englisch und Französisch.

An Arbeitstagen gibt es dabei von 22.30 bis 23.00 Uhr eine zusätzliche Wiederholung der englischen Südsudan-Sendung von 18.30 Uhr (zu dieser Zeit mit den Kurzwellen bis 26. Oktober: São Tomé 11910 kHz, Abu Dhabi 13750 kHz, Lampertheim 15180 kHz).

Aus hiesiger Sicht ergeben sich ab dem 27. Oktober, also mit dem Ende der Sommerzeit, dann jeweils eine Stunde frühere Sendezeiten.

 

Autor: Kai Ludwig, mit Informationen von Tony Rogers; Stand vom 21.08.2019