Westafrika

TWR plant zweiten Mittelwellensender in Benin

Seit 2008 verbreitet die US-amerikanische Missionsgesellschaft Trans World Radio ihre Hörfunksendungen für Westafrika über einen Mittelwellensender in Benin. Auf die dortige Sendestation bezieht sich das nächste der Ausbauprojekte, mit denen TWR die Nutzung der Mittelwelle auch jetzt noch erweitert.

Benin mit Parakou und Nigeria
© UTexas

Die Sendeanlage steht 25 km nördlich von Parakou, bei der Ortschaft Sérarou an der Fernstraße in den Niger. Sie arbeitet mit 100 kW auf der Frequenz 1566 kHz.

Mit dieser Mittelwelle konnte sich TWR erstmals auch Westafrika als Zielgebiet erschließen. Versuche, dorthin auf Kurzwelle zu senden (wofür sich die eigenen TWR-Sender in Swasiland kaum eignen), hatten wenig Erfolg und wurden 2011 aufgegeben.

Auf die nun geplante zweite Frequenz sollen die für Nigeria bestimmten Programme in Englisch, Haussa, Kanuri und Fulfulde ausgelagert werden. Die dadurch auf 1566 kHz freiwerdende Sendezeit ist künftig für erweiterte Sendungen in die frankophonen Länder Westafrikas vorgesehen.

Der zusätzliche zweite Sender soll eine Leistung von 200 kW haben. Die zu nutzende Frequenz wurde bislang nicht offengelegt. Beobachter spekulieren, ob es sich möglicherweise um 1476 kHz handeln wird, die einstige Hauptmittelwelle von Radio Bénin, dessen AM-Sendungen vor einigen Jahren verschwanden.

Seinerzeit war die Rede davon, aus dem – nicht mit der gleichnamigen, häufiger erwähnten Stadt in Nigeria zu verwechselnden – Land Benin außer auf Mittelwelle künftig auch auf Kurzwelle zu senden. Diese Idee scheint TWR aber nicht mehr weiter zu verfolgen.

Der Mittelwellensender von TWR bei Parakou:

Zum Ausbauprojekt in Benin veröffentlichte TWR einen Spendenaufruf mit einem Video. Das dort enthaltene Testimonial ist charakteristisch für die Programmphilosophie von TWR:

„Die Boko Haram zerstörte alles, was ich hatte. Sie brannten mein Haus nieder. Ich ging mit leeren Händen. Doch eines Tages kam ich zu Ihrem Programm, und es ermutigte mich. Jetzt betrachte ich irdische Dinge als bedeutungslos. Mein Herz ist nun bei den Dingen, die kommen werden. Immer, wenn ich das Radio einschalte, spricht Gott zu mir.“

 

Autor: Kai Ludwig; Stand vom 08.03.2019