Abgeschaltet

BBC beendete Hörfunksendungen in Urdu und Hindi

Die BBC hat ihre terrestrischen Hörfunksendungen in Urdu und Hindi, den Landessprachen von Pakistan und Indien, am 31. Dezember 2019 bzw. am 31. Januar 2020 letztmalig ausgestrahlt. Ein kleiner Teil der Sendekapazitäten wird stattdessen jetzt für Programme in Bengalisch und Englisch genutzt.

Sender Santa Maria di Galeria
Die Sendestation von Radio Vatikan (Foto anonym via Wikipedia)

Indische Zeitungen (siehe hier und hier) berichten von bestürzten Reaktionen und verweisen darauf, wie die BBC ihre Hindi-Sendungen schon 2011 abschalten wollte.

Nach deren Entfall ist nun für die Sendungen in Bengalisch die bisherige Sendezeit am Morgen mit einer Übergangsphase durch einen Sendeplatz am Abend ersetzt worden. Statt um 2.30 Uhr MEZ kommt das Programm jetzt von 17.30 bis 18.00 Uhr aus Oman auf 7285 kHz und aus Usbekistan auf 7505 kHz.

Mit dieser Rochade gibt es außerdem eine zusätzliche Übertragung des englischen Asien-Programms aus Singapur: Von 2.00 bis 3.00 Uhr auf 11995 kHz.

Am 29. Januar hatte die BBC ein für den Nachrichtenbereich geplantes Paket von weiteren Sparmaßnahmen offengelegt. Es betrifft den Auslandshörfunk zwar nicht in der technischen Verbreitung, jedoch mit inhaltlichen Kürzungen im Programm.

Stand vom 10.02.2020



Die letzte Sendung der BBC in Urdu gab es am 31. Dezember 2019. Hier war zuletzt noch eine einstündige Ausgabe am Abend (Ortszeit in Pakistan) verblieben. Ausgestrahlt wurde sie außer auf Kurzwelle auch auf der Mittelwelle 1413 kHz von der Sendestation der BBC in Oman.

Im Falle von Hindi lief die Sendung am Morgen letztmals am 27. Dezember. Noch bis zum 31. Januar verbleiben und mit viel Archivmaterial gestaltet werden soll die Ausgabe von 15.00 bis 15.30 Uhr MEZ, abgestrahlt aus Oman auf 1413 und 9540 kHz, aus Usbekistan auf 5875 kHz sowie aus Singapur auf 9510 und 11995 kHz.

Der jetzige Schritt ist bemerkenswert, weil die BBC erst im August ihre Hörfunksendungen in Urdu und Hindi wegen der Abschaltung des Internets in Kaschmir noch ausgebaut hatte. Wie so oft erwiesen sich auch diese Zusatzsendungen, damit zugleich die Bekenntnisse zum Kurzwellenrundfunk als Rückfallebene, wieder als Strohfeuer.

Erstmals von der BBC genutzt wird unterdessen seit dem 27. Oktober die Sendeanlage von Radio Vatikan. Abgestrahlt werden hier die folgenden, durchweg für Afrika bestimmten Frequenzen:

06.00-07.00 Uhr: 5875 kHz; Englisch
07.00-07.29 Uhr: 6135 kHz; Französisch
07.00-08.00 Uhr: 12095 kHz; Englisch
08.00-09.00 Uhr: 15490 kHz; Englisch
19.00-19.30 Uhr: 7220 kHz; Französisch
19.00-19.30 Uhr: 7335 kHz; Somalisch (außer Sa)
19.00-19.30 Uhr: 9750 kHz; Französisch

Damit dürfte Radio Vatikan erstmals Programme eines anderen Veranstalters als technische Dienstleistung ausstrahlen. Bis jetzt hatte Radio Vatikan entsprechende Anfragen abgelehnt und war nur bereit, Sendezeit im Tausch gegen Sendeplätze auf anderen Kurzwellenanlagen bereitzustellen.

Auf diese Weise verzichteten die Verantwortlichen in Rom bislang auf die Chance, ihren Medienbetrieb mit zusätzlichen Einnahmen zu stützen. In den letzten Jahren sahen sie sich dafür bereits öffentlich kritisiert.

Die nunmehrige Beauftragung von Radio Vatikan geht zu Lasten der Österreichischen Rundfunksender GmbH, von der die BBC alle Ausstrahlungen nach Afrika abgezogen hat. Über die Kurzwellenstation in Moosbrunn bei Wien läuft jetzt nur noch eine BBC-Sendung nach Afghanistan (1.30-3.00 Uhr auf 5930 kHz).

 

Autor: Kai Ludwig