Ersatzbetrieb

Auslandssendungen aus Bangladesch auf 4750 kHz

Anfang März ist die Sendeanlage des Auslandsdienstes von Bangladesh Betar ausgefallen bzw. abgeschaltet worden. Seitdem gibt es einen ähnlichen Ersatzbetrieb wie in Indonesien: Die Auslandssendungen laufen jetzt über eine eigentlich zur Inlandsversorgung bestimmte Kurzwellenfrequenz.

Bangladesh Betar
Ein Mittelwellensender von Bangladesh Betar bei Bogra | © Masum-al-hasan, CC

Die bis Anfang März genutzte Sendestation Kabirpur, gut 30 km nördlich von Dhaka, war 1983 in Betrieb gegangen. 2010 kam es hier zum nicht mehr reparablen Zusammenbruch der Anlagen, was für den Auslandsdienst einen völligen Sendeausfall nach sich zog.

2012 konnten die Sendungen mit neuer Technik wieder aufgenommen werden. Bei der Neuausstattung ersetzte die damalige Firma Thomcast/Thomson nicht nur die beiden alten Sender durch ein neues Gerät, sondern auch den alten Antennenpark durch diese Drehstandantenne:

Für den Sender Kabirpur ist eigentlich folgender Programmablauf vorgesehen (Zeitangaben in MESZ):

14.30-15.00 Uhr: Englisch; 15105 kHz
15.15-15.45 Uhr: Nepalesisch; 9455 kHz
16.00-16.30 Uhr: Urdu; 15505 kHz
17.15-17.45 Uhr: Hindi; 15505 kHz
18.00-18.30 Uhr: Arabisch; 7250 kHz
18.30-19.30 Uhr: Bengalisch; 7250 kHz
19.45-21.00 Uhr: Englisch; 13580 kHz
21.15-22.00 Uhr: Bengalisch; 13580 kHz

Ersatzweise kommen die Sendungen jetzt auf der Frequenz 4750 kHz. Bislang übertrug diese Kurzwelle das schlicht als „Mittelwelle 693 kHz“ präsentierte Hauptprogramm von Bangladesh Betar.

Einen anderen Empfangsweg scheint es tatsächlich nicht zu geben: Satellitenübertragungen sind nicht verzeichnet, die Auslandssendungen erscheinen auch in keinem der vier Livestreams auf betar.gov.bd, obwohl sie in Dhaka auf UKW 90,0 MHz aufgeschaltet sein sollen.

Betrieben wird die Frequenz 4750 kHz auf der sonst auf Mittelwelle aktiven Station Sabhar/Savar, nordwestlich von Dhaka. Hier hatte 2005 ein neuer Thomcast-Sender die beiden ursprünglichen, aus den USA bzw. der Sowjetunion stammenden, um 1970 installierten Kurzwellengeräte ersetzt. Mit deren Einbau dürften auch diese Antennen errichtet worden sein:

 

Autor: Kai Ludwig; Stand vom 09.04.2019