Kurzwelle

Trans World Radio aus Eswatini (Swasiland)

In die Schlagzeilen außerhalb der ersten Welt gekommen ist das winzige, zwischen Südafrika und Mosambik liegende Land, aus dem Trans World Radio seit 1974 bis in den Nordosten von Afrika sendet. Seit 2018 hat dieses Land einen neuen Namen.

Trans World Radio, Swasiland/Eswatini
Das Technikgebäude der Sendestation in Swasiland/Eswatini | © TWR

1968 war Swasiland von Großbritannien in die Unabhängigkeit entlassen worden. Erst ein halbes Jahrhundert später kam seinem absolutistischen Herrscher die Idee, dem Land einen neuen Namen zu geben.

Inzwischen werden auch im nunmehrigen Eswatini die Forderungen nach einer Demokratisierung immer lauter. Jüngste Repressalie des Königs Mswati III. ist die Entsendung von Polizei und Militär in die Schulen, in denen es zu Protesten kam.

Trans World Radio seinerseits wollte sich eigentlich in Südafrika niederlassen. Die dortigen Bemühungen um eine Sendelizenz blieben in den 60er Jahren jedoch ohne Erfolg. Nach der Unabhängigkeit von Swasiland versuchte TWR es deshalb dort und war 1973 nach dreijährigen Verhandlungen am Ziel.

Ein Jahr später konnte eine kleine Kurzwellenanlage mit vier jeweils 25 kW starken Sendern den Betrieb aufnehmen. Nach 1990 wurden die ursprünglichen Geräte ersetzt. Auf eine umfangreiche Erweiterung der Antennen verzichtete TWR dabei. Somit ist die mögliche Sendeleistung weiter auf 50 bis 100 kW beschränkt.

Das führte 1995 doch noch zu Ausstrahlungen aus Südafrika, die jedoch 2012 wieder ihr Ende fanden, nachdem TWR die vom dortigen Staatsunternehmen Sentech aufgerufenen Gebühren nicht weiter zahlen wollte. Seit 2019 sind die Kurzwellensender in Südafrika nun ganz außer Betrieb.

Auf seiner Station in Swasiland betreibt TWR außerdem eine Mittelwelle. Deren Röhrensender ersetzte 2016 ein 100 kW starker Transistorsender, der gebraucht in Deutschland erworben wurde, angeblich für ein Zehntel des Neupreises.

Woher genau dieser Sender kam, ließ sich nicht ermitteln. Als mögliche frühere Einsatzorte in Betracht kommen Hamburg, Langenberg (Nordrhein-Westfalen), Wolfsheim bei Mainz sowie Mühlacker und Rohrdorf (Baden-Württemberg).

Der Niedergang des Kurzwellenrundfunks machte auch um diese Station keinen Bogen. Die deutschsprachigen Sendungen für Namibia, die vom Evangeliums-Rundfunk in Wetzlar produziert wurden und von Anfang an im Angebot waren, sind 2016 entfallen. Das Kurzwellenprogramm für Südafrika folgte 2019.

Auch die Ausstrahlungen über den Indischen Ozean hinweg nach Pakistan gibt es nicht mehr. Jüngster auffälliger Kürzungsschritt war der Entfall der Morgensendung für Mosambik. Die Kurzwellensender sind damit insgesamt nur noch in einem täglichen Zeitfenster von sechs Stunden in Betrieb.

Nach bisherigen Planungen, bei denen noch Änderungen in letzter Minute möglich sind, soll der Programmablauf in der am 31. Oktober beginnenden Wintersaison 2021/2022 so aussehen (Zeitangaben in Mitteleuropäischer Zeit):

Mo-Fr 15.00-15.43 Uhr: 9585 kHz; für Mosambik
Sa-So 15.20-15.35 Uhr: 9585 kHz; für Mosambik, Sa bis 15.50
tägl. 15.55-16.25 Uhr: 9585 kHz; für Madagaskar
tägl. 16.00-16.45 Uhr: 11780 kHz; für Somalia
Mo-Fr 16.30-16.45 Uhr: 13580 kHz; für Sudan/Südsudan
tägl. 16.57-17.27 Uhr: 13580 kHz; für Ruanda/Burundi
Di, Sa 17.30-17.45 Uhr: 4760 kHz; für Mosambik
tägl. 17.30-18.30 Uhr: 11660 kHz; für Äthiopien, Mo-Fr bis 19.00
tägl. 18.00-18.30 Uhr: 6100 kHz; für Mosambik
tägl. 18.45-19.15 Uhr: 9380 kHz; für Zentralafrika, Sa-So bis 19.39
tägl. 19.02-20.02 Uhr: 9500 kHz; für Ostafrika (Englisch)
tägl. 19.02-20.02 Uhr: 13810 kHz; für Horn von Afrika (Arab.)
So, Mo, Di 19.20-21.05 Uhr: 7405 kHz; für Angola
tägl. 20.05-21.05 Uhr: 15105 kHz; für den Kongo

 

Autor: Kai Ludwig; Stand vom 14.10.2021