Kurzwelle

Radio Oman auf geänderten Frequenzen

Fast durchweg geändert hat Radio Oman die Frequenzen, auf denen es seinen letzten verbliebenen Kurzwellensender betreibt. Das ist nicht mehr die erste Kurzwellenstation, die 1975, im Zuge der Öffnung des Landes zur Außenwelt, in Betrieb gegangen war.

Maskat-Sib
Schnellstraße in Maskat-Sib, links der Bereich der früheren Sendestation | © Adam Houlston, CC-BY-SA

Diese Sendestation im Westen von Maskat, die im Endausbau über drei Sender verfügte, ist bereits restlos von der Bildfläche verschwunden.

Verblieben ist nur noch die kleine, 1985 fertiggestellte, mit einem Sender und drei Antennen ausgerüstete Kurzwellenanlage bei Thumrait im Südwesten des Landes. Jüngste Beobachtungen zeigen dort folgenden täglichen Betriebsablauf (in MESZ):

16.00-24.00 Uhr: 9620 kHz nach Europa
00.00-04.00 Uhr: 12015 kHz nach Afrika
04.00-06.00 Uhr: 15355 kHz nach Afrika
06.00-12.00 Uhr: 13600 kHz nach Afrika
12.00-16.00 Uhr: Sendepause

Ab 5.00 und 16.00 Uhr wird für jeweils eine Stunde das englische UKW-Programm aufgeschaltet. Ansonsten läuft das Hauptprogramm in arabischer Sprache, von dessen Mittelwellen vor allem ein 500 kW starker Sender auf 1242 kHz zu erwähnen ist.

Auf den englischen Internetseiten von Radio Oman sind die Livestreams momentan nicht richtig eingebunden. Zu erreichen sind sie jedoch über die arabischen Seiten, wo rechts oben beim Zeigen mit der Maus die Links mit den einzelnen Programmnamen erkennbar werden.

Eine weitere Option ist der Arabsat-Multiplex auf dem Hotbird 13C (12,654 GHz h). Dort finden sich aus dem Oman ein Fernsehprogramm und jene beiden Hörfunkwellen, die stundenweise auch auf Kurzwelle zu hören sind.
 

Nichts mit alldem zu tun hat dieser Senderkomplex an der Südostküste zwischen Al-Ashkharah und Asilah: Er gehört der BBC.

Diese Sendestation war 2002 in Betrieb gegangen und von der damaligen Firma Thomcast ausgestattet worden. Auf der Südwestseite findet sich der Kurzwellenkomplex mit einem kleinen Park an Antennen (davon eine drehbar) und drei jeweils 250 kW starken Sendern.

Die Nordostseite der Station ist für die strategisch besonders wertvolle Möglichkeit reserviert, hier auch auf Mittelwelle zu senden. Aufgebaut wurden für die beiden Frequenzen 702 und 1413 kHz jeweils eine 800 kW starke Senderanlage und eine aus vier Türmen bestehende Antenne.

Der nähere Blick auf Satellitenbilder offenbart eine Havarie, von der anderweitig nichts an die Öffentlichkeit drang: Ein Turm der Antenne 702 kHz ist umgestürzt. Er wurde, wie das jüngere Bildmaterial von Google Maps zeigt, inzwischen abtransportiert.

Auch mit der unvollständigen Antenne soll die Mittelwelle 702 kHz weiter in Betrieb sein und das arabische Programm des BBC World Service übertragen.

Die zweite Frequenz 1413 kHz ihrerseits ist nicht nur für die Region, sondern auch für Fernversorgungen bis hin nach Afghanistan und Indien bestimmt. Sie überträgt eine Mischung aus den Programmen in Englisch, Farsi, Dari, Paschtunisch, Urdu und Hindi.

Auch die kleine Kurzwellenanlage spielt jetzt eine prominentere Rolle, nachdem die BBC von 2013 bis 2016 die größeren Senderkomplexe auf Zypern und den Seychellen sowie in Thailand aufgegeben hat.


Die Inbetriebnahme der Sendestation bei Asilah war nicht etwa der Auftakt für Ausstrahlungen der BBC aus Oman. Für die Kurzwelle gab es zuvor seit 1978 eine Anlage mit vier jeweils 100 kW starken Sendern auf der Insel Masira.

Nach ihrer Ablösung durch die neue Anlage auf dem Festland wurden die Antennen dieser Station alsbald abgebaut. Zurück blieben die Gebäude, denen ihr früherer Nutzungszweck nicht mehr anzusehen ist.

Damit bleibt wenig mehr als eine Videokassette, die ein Techniker 1989 nach Hause zu seiner Familie geschickt hatte. Hier findet sich neben viel Kolorit ab Minute 7 auch ein kleiner Blick auf die Sendetechnik.

Überhaupt keine Bilddokumente aufzutreiben sind schließlich von der Mittelwellentechnik, die auf Masira schon 1969 in Betrieb gegangen war. Auch auf Satellitenbildern sind von den Anlagen, als deren Standort der äußerste Norden der Insel angegeben wird, keine Spuren mehr zu entdecken.

Hier hatte die Firma Marconi zwei jeweils 750 kW starke Sender klassischer Bauart errichtet. Eine Besonderheit ergab sich bis 1978 für die höhere der beiden Frequenzen: Bei Ausstrahlungen über das Arabische Meer hinweg wurde der Sender von 1412 auf 1410 kHz umgeschaltet.

 

Autor: Kai Ludwig; Stand vom 09.06.2019