Japan

NHK für Deutschland auf Englisch

Nach der Schärfung seines Profils sucht NHK World-Japan, sich mit einer Präsenz auf dem „Japan-Tag“ (Düsseldorf) und dem Filmfestival „Nippon Connect“ in Deutschland bekannt zu machen. Das erinnert unweigerlich an die Herangehensweise der BBC seit 1999: An hiesigen Publikumsschichten, die der englischen Sprache nicht mächtig sind, besteht kein Interesse mehr.

NHK World-Japan
© NHK

Dem ist so, weil NHK hier dem Vorbild der BBC gefolgt war: Das Angebot in deutscher Sprache, das es aus Japan bereits von 1937 bis 1945 und dann wieder ab 1954 gab, ist 2007 eingestellt worden.

Begründet wurde das seinerzeit mit einer zurückgehenden Nutzung der Hörfunksendungen, die gegenüber dem Fernsehen an Bedeutung verloren hätten. Von der damaligen Einstellung betroffen waren auch die Angebote in Italienisch, Schwedisch und Malaysisch.

Unter der jetzigen Expansion in Deutschland, die auf den bevorstehenden Veranstaltungen beworben werden soll, versteht NHK in erster Linie die Einspeisung in die Kabelnetze von Unitymedia, die es seit dem vergangenen November gibt.

Ein wesentlicher Aspekt der aktuellen Profilschärfung wiederum ist, die japanische Herkunft des Programms stärker zu betonen. Wie Beobachter anmerken, sehe es jetzt so aus, als wolle man gezielt China etwas entgegensetzen.

Broadcast via Skelton, U.K.: July 1, 1992
Souvenir zum Start der Ausstrahlungen aus England, mit denen sich die Empfangsqualität in Deutschland dramatisch verbesserte

Daneben betreibt NHK nach wie vor Auslandshörfunk. Dessen Umfang ging jedoch über die Jahre immer weiter zurück. Erst zum 25. März waren von den bis dahin noch fünf täglichen Sendungen in englischer Sprache weitere zwei entfallen.

Ab 2008 hatte NHK auch das inzwischen nicht mehr existierende Sendezentrum Wertachtal in Bayern genutzt. Nachdem 2017 der Kurzwellensender in Litauen stillgelegt wurde, gibt es nun Ausstrahlungen aus Nauen.

Dafür machte es sich erforderlich, auf der Sendestation Nauen eine große Satellitenantenne zum Empfang der Zuspielung im C-Band (über den Intelsat 20 auf 68,5° Ost; 3,841 GHz h) aufzubauen.

Die Übertragungen aus Nauen wurden jetzt noch um Ausstrahlungen des japanischen Programms nach Nahost/Nordafrika ergänzt. Insgesamt laufen die unter dem traditionellen Namen „Radio Japan“ bekannten Sendungen im Sommerhalbjahr 2018 wie folgt:

Aus Nauen:
05.00-07.00 Uhr: 9490 kHz; Japanisch
06.30-07.00 Uhr: 6165 kHz; Russisch
19.00-21.00 Uhr: 15445 kHz; Japanisch

Aus Österreich:
07.00-07.30 Uhr: 5975 kHz; Englisch

Aus Frankreich:
04.00-06.00 Uhr: 6105 kHz; Japanisch
07.00-07.30 Uhr: 11970 kHz; Englisch
07.30-08.00 Uhr: 11730 kHz; Französisch
08.00-08.30 Uhr: 11975 kHz; Arabisch
10.00-12.00 Uhr: 15290 kHz; Japanisch
16.30-17.00 Uhr: 13680 kHz; Persisch
19.00-21.00 Uhr: 11945 kHz; Japanisch
21.00-23.00 Uhr: 15130 kHz; Japanisch

Über Radio Vatikan:
07.00-07.30 Uhr: 9860 kHz; Englisch

Über World Harvest Radio (USA):
06.00-06.30 Uhr: 12015 kHz; Spanisch
11.00-12.00 Uhr: 6195 kHz; Portugiesisch und Spanisch

Über Radio Miami International:
06.00-06.30 Uhr: 5985 kHz; Spanisch

Aus Madagaskar:
05.15-06.00 Uhr: 9560 kHz; Swahili
07.30-08.00 Uhr: 13840 kHz; Französisch
16.30-17.00 Uhr: 15745 kHz; Hindi
19.29-20.00 Uhr: 13730 kHz; Swahili
22.30-23.00 Uhr: 11985 kHz; Französisch

Aus Abu Dhabi:
17.15-17.45 Uhr: 11775 kHz; Urdu

Aus Usbekistan:
02.59-03.20 Uhr: 9820 kHz; Hindi
06.00-06.30 Uhr: 11970 kHz; Persisch
16.00-16.30 Uhr: 11935 kHz; Englisch
17.30-18.00 Uhr: 9600 kHz; Hindi

Aus Singapur:
12.30-14.00 Uhr: 11740 kHz; Burmesisch, Vietnamesisch, Thailändisch
13.00-13.30 Uhr: 11695 kHz; Englisch
14.30-15.00 Uhr: 11740 kHz; Thailändisch
15.00-15.45 Uhr: 11685 kHz; Bengalisch
16.30-17.00 Uhr: 11740 kHz; Burmesisch

Aus Palau:
13.15-14.00 Uhr: 9625 kHz; Indonesisch
15.15-16.30 Uhr: 11705 kHz; Indonesisch und Englisch

Direkt aus Japan:
04.00-06.00 Uhr: 15325 kHz; Japanisch
04.00-07.00 Uhr: 15195 und 17810 kHz; Japanisch
05.00-06.00 Uhr: 11790 kHz; Japanisch
06.15-06.45 Uhr: 13720 kHz; Koreanisch
06.30-07.00 Uhr: 11825 kHz; Chinesisch
07.30-08.00 Uhr: 11790 kHz; Russisch
09.00-10.00 Uhr: 11825 kHz; Japanisch
09.00-11.00 Uhr: 15280 kHz; Japanisch
10.00-18.00 Uhr: 9750 kHz; Japanisch
11.00-12.00 Uhr: 15325 kHz; Japanisch
11.00-17.00 Uhr: 11815 kHz; Japanisch
13.00-13.30 Uhr: 7355 kHz; Russisch
13.00-14.30 Uhr: 6090 kHz; Koreanisch und Chinesisch
14.30-16.30 Uhr: 6190 kHz; Koreanisch und Chinesisch
17.00-19.00 Uhr: 12045 kHz; Japanisch
19.00-21.00 Uhr: 13720 kHz; Japanisch
21.00-23.00 Uhr: 6010 kHz; Japanisch
22.00-23.00 Uhr: 9480 kHz; Japanisch
23.00-01.00 Uhr: 13680 kHz; Japanisch
23.00-02.00 Uhr: 11910 kHz; Japanisch
23.30-24.00 Uhr: 9560 kHz; Indonesisch
00.09-00.50 Uhr: 9560 kHz; Koreanisch und Chinesisch
00.59-02.00 Uhr: 13650 kHz; Thailändisch, Vietnamesisch, Burmesisch

Die Frequenz 6010 kHz aus Japan ist für Nahost und Nordafrika bestimmt. Sie erinnert damit am ehesten an die einstigen, für ihren schlechten bis unmöglichen Empfang berüchtigten Direktsendungen nach Europa.

Eine Alternative gab es hier für die deutschen Sendungen erst ab 1984 mit den – inzwischen wohl endgültig stillgelegten – Sendern von Africa No. 1 in Gabun, denen später noch viele andere Standorte folgten. Hier ist zum 25. März nun auch die seit 1992 praktizierte Nutzung der Kurzwellensender in England entfallen.

 

Autor: Kai Ludwig; Zeitangaben in MESZ, Stand vom 23.05.2018