Reaktivierung

Nepal auf 5005 kHz

Radio Nepal ist wieder auf der vor sechs Jahren abgeschalteten Kurzwelle 5005 kHz aktiv. Derzeit gibt es am hiesigen Mittag einen Versuchsbetrieb mit 15 bis 20 kW. Eine Erhöhung der Sendeleistung und insbesondere auch eine Ausweitung der Sendezeit soll angestrebt sein.

Nepal
© University of Texas

Sollte es dazu kommen, dann würden sich in der bevorstehenden dunklen Jahreszeit auch wieder Empfangsversuche in Europa lohnen, und zwar im Laufe des späteren Nachmittags.

Die erneuten Sendungen auf Kurzwelle wären eine Ergänzung. Für eine Abdeckung von Nepal sorgen schon seit längerem sechs Mittelwellen (davon vier mit jeweils 100 kW) sowie ein umfangreiches UKW- und Fernsehnetz (letzteres heute in DVB-T2/H.264).

Entgegen einer etwas zu selbstverständlich wirkenden Annahme der BBC war das auch nach dem schweren Erdbeben vom 25. April 2015 so. Radio Nepal blieb, mindestens auf so gut wie allen Mittelwellen, rund um die Uhr auf Sendung.

Über den Livestream auch hierzulande mitzuhören waren die seinerzeit auf Sendung genommenen Anrufe von Hörern. Von dem umgekehrt auf Radios im Hintergrund weiterhin empfangenen Programm kündeten dabei die typischen Rückkopplungen.

Zu den Kurzwellensendungen von Radio Nepal gibt es im Schrifttum die Standortangabe Khumaltar. Das weckte verschiedentlich Vorstellungen von einer einsamen Sendestation hoch oben in den Bergen.

Dem ist allerdings nicht so: Khumaltar ist ein Stadtteil im Süden von Kathmandu. Einige Fotos der dortigen Antennenanlagen für UKW/DVB-T2, Mittelwelle und Kurzwelle finden sich hier, darüber hinaus hier auch noch Bilder aus einem Raum mit UKW-Technik.

Für die Kurzwelle wurden im Laufe der Jahre von den späten 60ern bis zu den frühen 80ern insgesamt drei Sender mit jeweils 100 kW installiert. Ein zweiter dieser Sender war einst auf 3230 oder 7165 kHz aktiv. Wegen des nur noch ergänzenden Charakters der Ausstrahlung wurde dieser Parallelbetrieb zweier Sender schon in den 90er Jahren beendet.

Die Funkhausanlagen von Radio Nepal wiederum sind, wie auch anderenorts zu beobachten, ein unverkennbar japanisches Produkt. Die Fotos in diesem Besuchsbericht zeigen eine in vielen Details den NHK-Studios in Tokio entsprechende Ausstattung.

Zur vollen Stunde, die wegen der sehr ungewöhnlichen Zeitzone von Nepal zur hiesigen Minute 15 eintritt, ist die Nutzung japanischer Studiotechnik auch unmittelbar zu hören. Dann ertönt (zumindest in bestimmten Stunden) das charakteristische NHK-Zeitzeichen: Drei tiefe Töne und ein längerer hoher, am Ende ausgeblendeter Ton.

 

Autor: Kai Ludwig; Stand vom 16.09.2018