3325 und 4750 kHz

Auslandssendungen aus Indonesien

Zum Ende des Jahres 2017 hatte der indonesische Rundfunk RRI seine leistungsfähigen Kurzwellenanlagen in Jakarta verloren. Dem Auslandsdienst verblieben nur noch zwei Frequenzen in den „Tropenbändern“, deren weiterer Betrieb eigens durch Technikereinsätze abgesichert wurde.

Indonesien
© US-Regierung

Die Sendestation der „Stimme Indonesiens“ bestand seit Ende der 60er Jahre. Bei ihrem schrittweisen Ausbau spielte auch die DDR eine Rolle: 1974 gingen hier zwei Sender mit jeweils 100 kW Leistung in Betrieb, die das Funkwerk Köpenick angefertigt hatte.

Der erste derartige Sender war 1972 in Wiederau bei Pegau installiert worden, wo er bis 1993 im Einsatz blieb. Soweit bekannt, führte die gesamte Entwicklung des Sendertyps lediglich zur Auslieferung dieser drei Exemplare.

Schon seit vielen Jahren betreibt die „Stimme Indonesiens“ auch ein deutschsprachiges Angebot. Trotz der recht hohen Sendeleistungen war davon in Europa allerdings kaum etwas zu hören, geschuldet vor allem einer nicht sonderlich geschickten Frequenzwahl.

Eine gewisse Verbesserung gab es hier erst ab 1992 mit einer umfassenden, von der englischen Firma Marconi realisierten Modernisierung der Sendestation. Sie erhielt neue Sender mit 250 kW sowie einen ebenfalls neuen Satz Vorhangantennen.

Nun fiel die Kurzwellenstation Ciselak/Cimanggis jedoch dem Projekt einer „Internationalen Islamischen Universität“ zum Opfer. Deren Grundstein wurde 2018 durch Staatspräsident Widodo persönlich gelegt.

RRI hatte deshalb keine andere Wahl, als den Sendebetrieb (er lief zuletzt noch auf 9525/9526 kHz) zum Ende des Jahres 2017 einzustellen. Die Vorhangantennen wurden 2019 abgebaut.

Nur eine kleine Ecke des Stationsgeländes darf RRI weiterhin nutzen. Um nicht mit völlig leeren Händen dazustehen, wurde die 2016 in Makassar stillgelegte Sendetechnik der Tropenbandfrequenz 4750 kHz, bestehend aus einem 10 kW starken Sender und einer dazu passenden Antenne, hierher umgesetzt und aufgebaut.

Damit ergänzt wird die bereits seit 2018 laufende Ausstrahlung auf 3325 kHz. Der nominell 50 kW starke, aber wohl nicht mit voller Leistung betriebene Sender dieser Frequenz ist an Ort und Stelle verblieben, steht also nach wie vor in Palangkaraya, wo er früher ein Regionalprogramm verbreitet hatte.

Nach Europa können beide Sender nur eine Herausforderung für sportliche Kurzwellenfans liefern. Einem Empfang auf 4750 kHz steht die Mitbelegung der Frequenz aus Bangladesch entgegen; auch dort als Notbehelf mit dem Auslandsprogramm.

Auch auf 3325 kHz ist Indonesien nicht „allein auf weiter Flur“, dürfte hier allerdings umgekehrt einen Empfang des ebenfalls auf dieser Frequenz arbeitenden Senders in Papua-Neuguinea vereiteln. Generell gilt wieder das, was ein altes Hobbybuch („Sender und Frequenzen“, hier zitiert aus der Ausgabe für 1991) so formulierte:

„Viele dieser Stationen können hier in den Wintermonaten gehört werden, allerdings oft nur mit schwacher Feldstärke. Bevorzugte Monate für die Beobachtung indonesischer Sender im Tropenband sind Oktober bis Dezember. [...]
Beste Empfangszeit ist etwa gegen [16.00 Uhr MEZ]. [...] Auf 75 und 90 Meter sind indonesische Lokalsender nur bei wirklich guten Bedingungen zu erwarten.“

1995 erschienen dann neue, unter Kurzwellenfans für Aufsehen sorgende Angaben zu Inlandssendungen aus Indonesien, die sich ganz anders lasen. Auf einmal war die Rede von Frequenzen im 31- und 25-Meterband, abgestrahlt mit 250 kW.

Dafür sorgte britische Entwicklungshilfe in Form der Erweiterung einer Sendestation bei Makassar. Als letzten Auftrag in diesem Geschäftsfeld überhaupt installierte Marconi auch hier die zuvor schon nach Jakarta gelieferte Technik.

Die letzte mit diesen Sendern betriebene Frequenz, 9680 kHz, verstummte 2015. Seinerzeit war die Rede von nicht bewilligten Mitteln für den Kauf neuer Röhren.

Mit nochmaligen Ausstrahlungen ist auch hier nicht mehr zu rechnen. Die aus Kupfer gefertigten Speiseleitungen zu den Antennen fehlen bereits. Sie dürften, als ihr spannungsfreier Zustand zu erkennen war, sogleich „verschwunden“ sein. Schon bei den Montagearbeiten hatten die Marconi-Techniker einschlägige Erfahrungen gemacht.

 

Autor: Kai Ludwig; Stand vom 21.02.2020