„Stimme Indonesiens“

Indonesien auch auf 4750 kHz

Für seinen Auslandsdienst hat Radio Republik Indonesien die Kurzwelle 4750 kHz aus Makassar, die seit 2016 abgeschaltet war, wieder in Betrieb genommen. Sie diente zuvor ebenso der Inlandsversorgung wie die schon seit 2018 für die Auslandssendungen genutzte 3325 kHz aus Palangkaraya.

Indonesien
© US-Regierung

Außerhalb der Region ist von dem wieder in Betrieb genommenen Sender kaum etwas zu hören, da auf 4750 kHz bereits der Rundfunk von Bangladesch sendet. Auch hier läuft auf dieser früheren Inlandsfrequenz jetzt das Auslandsprogramm.

Die Übertragungen auf 3325 und 4750 kHz sind letztlich nur ein Service für sportliche Kurzwellenhörer. Die eigentliche Auslandsversorgung auf Kurzwelle entfiel Ende 2017 durch die Schließung der Sendestation Jakarta-Cisalak. Die Redaktion des Auslandsprogramms schrieb dazu einige Monate später in einer persönlichen Nachricht:

„Hallo Bernd, Das mit der Ausstrahlungen der Kurzwelle auf 9525 kHz ist nun endgueltig Geschichte.
Wie es weitergeht in Zukunft moechte ich mich enthalten, auf alle Faelle sind die Tage gezaehlt. Bitte nicht mehr nachfragen ob die Kurzwelle in Betrieb geht.
Die Sendeanlage in Cimanggis wird moeglicherweise nicht mehr da sein, denn der Praesident hat am Dienstag, den 5. Juni den ersten Grundsteinlegung zum Bau der internationalen islamischen Universitaet Indonesiens im Gelaende der RRI Sendeanlage in Cimangis durchgefuehrt.“

Für sich spricht dazu dieses Bild, versehen mit der Datierung Juni 2018:

Diese Sendestation entstand Ende der 60er Jahre. 1974 erhielt sie zwei Sender des Funkwerks Köpenick. Zuvor war 1972 ein solcher Sender, in gewisser Hinsicht als Prototyp, in Wiederau bei Leipzig installiert worden und blieb dort bis 1993 im Einsatz. Die Lieferung nach Indonesien war der einzige Exporterfolg, der mit dieser Entwicklung erzielt werden konnte.

Anfang bis Mitte der 90er Jahre kam es noch einmal zu einer umfassenden Modernisierung. Die britische Firma Marconi lieferte, ihrerseits als letzte Aktivität im Geschäftsfeld Kurzwellenrundfunk, etwa sieben neue Sender mit einer Leistung von jeweils 250 kW.

Fünf weitere Sender sowie die zu ihrem Betrieb erforderlichen Antennen erhielt die Sendestation Bontosunggu bei Makassar (Sulawesi). Dort blieben die Ausrüstungen nicht einmal zehn Jahre in Betrieb.

Die neue Kurzwellentechnik sollte in erster Linie die Inlandsversorgung verbessern. Von den dafür genutzten Frequenzen wurde die letzte, 9680 kHz, 2015 abgeschaltet. Seinerzeit war die Rede von nicht bewilligten Mitteln für den Kauf neuer Senderöhren.

Beim Auslandsdienst wiederum, der Stimme Indonesiens, werden schon seit vielen Jahren auch Sendungen in deutscher Sprache produziert. Über lange Zeit war davon in Europa aber kaum etwas zu hören, geschuldet vor allem einer nicht sonderlich geschickten Frequenzwahl.

Auch hier brachte die Modernisierung der Sendetechnik natürlich Verbesserungen. Zuletzt, als die Frequenz bereits auf 9526 kHz weggelaufen war, kam an einer guten Außenantenne in Europa noch das an:

Was zu den jetzt noch verbliebenen Sendungen aus Palangkaraya und Makassar zu sagen ist, formulierte ein altes Hobbybuch („Sender und Frequenzen“, hier zitiert aus der Ausgabe für 1991) so:

„Viele dieser Stationen können hier in den Wintermonaten gehört werden, allerdings oft nur mit schwacher Feldstärke. Bevorzugte Monate für die Beobachtung indonesischer Sender im Tropenband sind Oktober bis Dezember. [...]
Beste Empfangszeit ist etwa gegen [16.00 Uhr MEZ]. [...] Auf 75 und 90 Meter sind indonesische Lokalsender nur bei wirklich guten Bedingungen zu erwarten.“

 

Autor: Kai Ludwig; Stand vom 17.05.2019