BBC

Neue Wortmeldung von Carrie Gracie

Die frühere China-Redakteurin der BBC, Carrie Gracie, hat sich erneut zur ungleichen Bezahlung von Frauen und Männern durch die BBC zu Wort gemeldet. Sie artikulierte deutliche Kritik an der Hierarchie und der Personalabteilung des Senders.

Carrie Gracie
Carrie Gracie | © Lilyariesrock, CC-BY-SA

The Guardian zitiert aus dem Vortrag von Gracie auf der Jahrestagung der von ihr unterstützten Fawcett Society.

Wie sie dort sagte, sei Druck auf andere Mitarbeiterinnen aufgebaut worden, die sich auf Twitter mit den Tag „#I Stand With Carrie“ zu erkennen gaben. Es sei „alles den Bach runtergegangen“, da „die männliche Hierarchie in der BBC“ letztlich „die Hoheit über unsere Jobs hat“.

Die Personalabteilung der BBC verglich Gracie mit „windigen Autohändlern, die versuchen, einem ein kaputtes Fahrzeug anzudrehen“. Es sei wichtig, gegenüber den Personalern mit dem klaren Standpunkt aufzutreten, sich so etwas nicht gefallen zu lassen.

Zu diesem Thema siehe auch Guardian, 25.10.2018.

Stand vom 21.11.2018


 

Meldung vom 30. Juni 2018:

In einer Kontroverse um die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern hatte die China-Redakteurin der BBC, Carrie Gracie, zum Jahreswechsel ihre Tätigkeit in Peking eingestellt und war nach London zurückgekehrt.

Jetzt erzielte sie mit der BBC eine Einigung, die auch den Verzicht auf weitere öffentliche Stellungnahmen einschließt. Eine entsprechende Mitteilung veröffentlichten die Pressestelle der BBC und Carrie Gracie selbst gleichzeitig und gleichlautend:

„Auf eigenen Wunsch wird Carrie jetzt eine unbezahlte Freistellung von bis zu sechs Monaten nehmen, um über China und Geschlechtergerechtigkeit zu sprechen und zu schreiben. Weder sie noch die BBC wollen sich zu diesem Thema weiter äußern.“

Die Übereinkunft hat Gracie auch in einem einschlägigen Tweet eingehalten, indem sie sich auf die Formulierung beschränkte, sie sei „wieder zu Hause“.

Vereinbart wurde eine Nachzahlung des strittigen Differenzbetrags, den Gracie ihrerseits an eine gemeinnützige Organisation spendet. Der Empfänger dieser Zuwendung hat sich mit einer eigenen Mitteilung zu erkennen gegeben: Die Fawcett Society.
 

Der recht spektakuläre Rücktritt von Gracie erregte auch in Deutschland einige Aufmerksamkeit. Zu diesem Vorgang siehe z.B. The Guardian, 08.01.2018.

 

Autor: Kai Ludwig