Wieder aufgetaucht

Eritrea-Sendung auf 17545 kHz

Nach mehr als einem Jahr wieder aufgetaucht ist eine Folge von zumindest wöchentlichen, erstmals Ende 2018 gehörten Sendungen nach Eritrea. Deren Hintergründe und Urheber sind bis heute ein Rätsel.

17545 kHz, Eritrea
2018: Die erstmalige technische Planung des Sendeplatzes | © HFCC

Ein bekannter Sendetag dieser „Sawt al-Samoud“, was in etwa mit „Stimme der Standhaftigkeit“ übersetzt werden kann, ist der Sonnabend. Somit war es auch der 1. August 2020, an dem die Sendung wieder einmal zur bekannten Zeit von 17.00 bis 17.58 Uhr MESZ auf 17545 kHz auftauchte.

Es handelt sich um Ausstrahlungen über die Kurzwellenanlagen von TDF in Frankreich, arrangiert von Radio Miami International. Dort hält man sich zu Sendekunden, die nicht die eigene Kurzwellenstation in Florida nutzen, grundsätzlich bedeckt.

Zeitweise tauchten diese Sendungen auch im Youtube-Kanal eines politisch aktiven Exil-Eritreers in den USA auf. Ob er allerdings auch in die Produktion dieser Beiträge involviert ist, steht auf einem anderen Blatt.

Radio Sinit Eritrea
© radiosinit.net

Die aktuelle Reaktivierung fällt insofern aus dem Rahmen, als in den letzten Monaten die beiden anderen Eritrea-Sendeprojekte, die über die Kurzwellenanlagen in Frankreich liefen, ihre Ausstrahlungen eingestellt haben.

Bereits seit Dezember nicht mehr aktualisiert wurden die Internetseiten des ebenfalls Ende 2018 gestarteten Radio Sinit. Spätere, danach noch bis ins neue Jahr hinein gehörte Sendungen waren vermutlich schon nur noch Wiederholungen.

Seit Dezember Geschichte sind auch die Hörfunksendungen der „Gesellschaft der eritreischen Tiefebene“ in München. Sie waren ein Ableger des Youtube-Kanals Munkhafadat, auf dem im April nach fast einem Dreivierteljahr wieder einmal ein Lebenszeichen erschien.

Ohne Sprachkenntnisse lassen sich diesen Präsentationen nur Allgemeinplätze entnehmen. Unklar bleibt selbst die grundsätzliche Frage, welche Haltung die Produzenten zum Afewerki-Regime in Eritrea einnehmen.

Munkhafadad Radio
Kanal der „Gesellschaft der eritreischen Tiefebene“ | © Youtube

Kontinuierlich auf Sendung ist hingegen das in Paris produzierte Radio Erena. Der Sendeplatz auf der Kurzwellenstation Kostinbrod in Bulgarien blieb seit längerer Zeit unverändert: Täglich von 19.00 bis 20.00 Uhr MESZ (nach „Winterzeit“ dann eine Stunde früher) auf 9720 kHz.

 

Autor: Kai Ludwig; Stand vom 07.08.2020