Noch vier Sender aktiv

Papua-Neuguinea auf Kurzwelle

Mit bis zu zwanzig Sendern war Papua-Neuguinea einst ein begehrtes Ziel des Kurzwellenhobbys. Davon sind momentan noch drei Stück aktiv, zu denen sich 2005 auch noch ein US-amerikanisches Missionsprojekt gesellte. Einer dieser Sender könnte schon bald nicht mehr im Staat Papua-Neuguinea stehen.

Papua-Neuguinea
Quelle: Sammlung University of Texas

Die einst große Zahl rührte aus der Nutzung der Kurzwelle auch durch Regionalstationen. Ende der 80er Jahre waren deren Kleinsender in einem Projekt der japanischen Entwicklungshilfe durch Sender mit 10 kW Leistung ersetzt worden.

Mit dieser Technik sollte tagsüber im 49- und abends/nachts im 90-Meterband gesendet werden. In vielen Fällen gab es jedoch keine Ausstrahlungen auf der Tagfrequenz. In Europa blieb das weitestgehend unbekannt, da hierfür wegen der seinerzeit extrem starken Belegung des 49-Meterbands ohnehin keinerlei Empfangschancen bestanden.

Einer der mittlerweile 30 Jahre alten Sender wurde 2016 durch ein neues Gerät mit wiederum 10 kW ersetzt. Das betrifft die Sendestation auf Bougainville. Die dortige Investition dürfte zu Bemühungen des Staates Papua-Neuguinea gehören, einen Verlust dieser Provinz noch abzuwenden.

Nach einem Bürgerkrieg um einen großen Kupfertagebau wurde schon 1997 vereinbart, die Bevölkerung von Bougainville über eine Sezession abstimmen zu lassen. Nach mehrfachen Verschiebungen soll diese Volksabstimmung nunmehr am 23. November beginnen.

Die Kurzwellenanlage Bougainville läuft auf 3325 kHz. Einem Empfang in Europa steht die Mitbelegung der Frequenz aus Indonesien entgegen. Dort wird, nachdem der Auslandsdienst seine Sendeanlage in Jakarta verloren hat, als Notlösung aus Borneo ein Programm mit internationalen Sendungen, auch in Deutsch, ausgestrahlt.

National Broadcasting Commission, Papua New Guinea
Souvenir von ca. 1990 | © Sammlung Martin Elbe

Günstiger liegen die Verhältnisse bei zwei Sendern an der Nordküste von Neuguinea, die ebenfalls noch in Betrieb sind: Der in Vanimo (Provinz Sandaun) auf 3205 kHz und der in Madang auf 3260 kHz. Hier gilt bis heute, was das Buch „Sender & Frequenzen 1991“ so formulierte:

„Die empfangsgünstigste Jahreszeit beschränkt sich auf die Monate Dezember und Januar, da nur dann die notwendigen Voraussetzungen für Tropenbandausbreitung zwischen Papua-Neuguinea und Europa (Reflexionspunkte im Dunkeln) erfüllt sind. Ohne gute Tropenband-Ausrüstung ist aber auch dann nichts hörbar. Beste Empfangschancen bietet der Abend zwischen etwa [20.30 und 21.30 Uhr MEZ].“

Siehe dazu diese Seite von 2010. Dort angegeben sind auch die Frequenzen der anderen Regionalsender, die theoretisch ebenfalls noch einmal in Betrieb genommen werden könnten.

Nicht mehr damit zu rechnen ist jedoch bei den leistungsfähigeren (100 kW) Sendern in der Hauptstadt Port Moresby. Als die dort 2015 ausgerichteten Pazifikspiele mit Hörfunksendungen auf Kurzwelle begleitet werden sollten, war das schon nur noch durch Anmietung von Sendezeit in Australien möglich.

Seinerzeit erklärte die staatliche Rundfunkgesellschaft, diese Ausstrahlungen aus Kostengründen nicht dauerhaft weiterführen zu können. Zugleich kündigte sie an, Ersatz für die zuletzt 2012 eingesetzten eigenen Kurzwellensender beschaffen zu wollen. Dazu ist es jedoch bis heute nicht gekommen.

Auch mit den Kurzwellenanlagen in Australien dürfte es sich inzwischen erledigt haben. Sie wurden von der Australian Broadcasting Corporation Anfang 2017 abgekündigt und ohne besondere Konservierungsmaßnahmen abgeschaltet.

Aus Port Moresby sendet auf Kurzwelle jetzt noch Wantok Radio Light, eine 2002 von HCJB und weiteren US-amerikanischen Missionsgesellschaften zunächst auf UKW gestartete Station.

Zum Einsatz kommt ein Kleinsender (1 kW) auf 7325 kHz. Für Möglichkeiten und Erfolgsaussichten von Empfangsversuchen in Europa gelten die schon zu den Regionalsendern gemachten Aussagen. Noch etwas eher als bei den Sendern im 90-Meterband kommt als weitere Empfangszeit auch der Morgen nach etwa 8.00 Uhr in Betracht.

 

Autor: Kai Ludwig; Stand vom 30.09.2019