USA

Diskussion um Public Broadcasting

Seit ihrem Antritt versucht die Regierung von Donald Trump, dem öffentlichen Rundfunksystem der USA die Bundesmittel zu streichen. Ein im Rundfunkrat der Corporation for Public Broadcasting vertretener Parteifreund von Trump fordert nun etwas anderes: Eine Reform, die auf eine Rettung des Lokaljournalismus abzielt.

„... proposes to eliminate funding for ... Corporation for Public Broadcasting ...“
Der erste Haushaltsentwurf der Trump-Administration | © Weißes Haus

In einem Gastbeitrag für das Wall Street Journal verweist das Gremienmitglied, Howard Husock, auf die dramatische Lage der lokalen und regionalen Presse. Keine Lösung sieht er hier in Konzepten wie in New Jersey, wo Zuschüsse für lokale Publikationstätigkeiten ausgereicht werden: „Das hat nicht viel mit unabhängigem Journalismus oder einer wirklichen Redaktion zu tun.“

Dabei gebe es mit den Inhabern der 1400 Lizenzen für Hörfunk- und Fernsehstationen des Public Broadcasting bereits ein landesweites Netzwerk, das lokalen Journalismus bieten könne. Das Problem sieht Husock hier darin, wie die Gelder der Corporation for Public Broadcasting zu großen Teilen wieder „zurück nach Washington“ wandern.

Lokale Hörfunksender seien gesetzlich verpflichtet, 23 Prozent ihres Budgets für nationale Angebote, hauptsächlich des National Public Radio, auszugeben. Fernsehsender seien gezwungen, viel zu bezahlen „für Masterpiece Theatre, PBS News Hour und die ganzen Importe aus Großbritannien, die auch auf BBC America laufen könnten“.

Zugleich würden die Programme aus Washington in immer größerem Umfang „vorbei an Kabelbox und UKW“ direkt auf den Geräten des Publikums landen:

„Welchen Grund gibt es für Lokalstationen da noch, ihre Bundesmittel zurück nach Washington zu NPR und PBS mit ihren neuen Verbreitungswegen zu schicken?
Wenn die Lokalstationen diese Mittel behalten könnten, würde das den Einwohnern ihrer Sendegebiete dabei helfen, lokale Probleme zu verstehen. Es würde zu kulturell und politisch vielfältigeren Angeboten führen, von denen es einige wieder in die Angebote von NPR und PBS schaffen dürften.“

Die fraglichen Bundesmittel, die über die 1967 gegründete Corporation for Public Broadcasting ausgereicht werden, belaufen sich derzeit auf 445 Millionen US-Dollar pro Jahr. Im Durchschnitt ist das die Hälfte der gesamten Mittel des öffentlichen Rundfunksystems der USA. In den hier speziell diskutierten ländlichen Räumen liegt dieser Anteil jedoch deutlich höher.

 

Autor: Kai Ludwig; Stand vom 26.08.2018