Ziel sportlicher Empfangsversuche

Mongolei auf Kurzwelle

Ein Thema für sportliche Kurzwellenhobbyisten ist der Empfang von Sendungen aus der Mongolei. Die Übertragungen von Inlandsprogrammen sind sehr unregelmäßig geworden, und auch der für Asien bestimmte Auslandsdienst ist in Europa kaum zu hören.

Mörön
Blick auf die Stadt Mörön | © Yaan, CC-BY-SA

Von den einstigen Kurzwellenanlagen der Inlandsversorgung sind jetzt noch jene Sender vorhanden, die 2003 aus Japan beschafft wurden, um die bis dahin genutzten, völlig überalterten Geräte abzulösen.

Noch am ehesten zu hören war davon in jüngerer Vergangenheit die Frequenz 4895 kHz aus Mörön (Murun) im Norden der Mongolei. Wirkliche Raritäten sind inzwischen die beiden anderen Frequenzen, 4830 kHz aus Altai und 7260 kHz aus der Sendestation Khonkor bei Ulan Bator.

Das ist nicht nur der schon recht großen Entfernung geschuldet: Die Sender sind inzwischen nur noch unregelmäßig und mit stark reduzierter Leistung in Betrieb. Ihr eigentlicher Zweck ist ohnehin entfallen, nachdem das hier verbreitete zweite, speziell für Sendungen in Minderheitensprachen bestimmte Programm seit 2017 „ausgesetzt“ ist.

Gehört wurde danach zunächst das sonst nur auf wenigen UKW-Stadtfrequenzen verbreitete R3 FM. Jüngste Empfangsbeobachtungen zeigten nun aber eine Übertragung von Mongolyn Radio, dem auch flächendeckend auf Langwelle verbreiteten Hauptprogramm.

Im Internet finden sich die Programme des Mongolischen Rundfunks live und auf Abruf hier. Besonders erwähnenswert ist MNB World, ein Fernsehprogramm in englischer Sprache.

Sendestation Mörön; schwach zu erahnen die beiden Masten der Kurzwellenantenne, nach rechts abgehend die Speiseleitung zur Mittelwellenantenne 882 kHz:

Einen separaten Internetauftritt hat der Auslandshörfunk, die „Stimme der Mongolei“. Terrestrisch verbreitet sie einen zwei Stunden langen Block von Programmen in Mongolisch, Englisch, Chinesisch und Japanisch, und zwar ab 11.00 Uhr auf 12035 kHz sowie erneut ab 16.00 Uhr auf 12015 kHz (MESZ, im Winterhalbjahr nach MEZ jeweils eine Stunde früher).

Für diesen Auslandsdienst gibt es auf der Sendestation Khonkor einen 250 kW starken Kurzwellensender und die zu dessen Betrieb erforderlichen Antennen. Besonders interessant ist oder war das für Radio Free Asia, dem eine Nutzung der ursprünglich für die Voice of America errichteten Sendestationen in Asien nicht gestattet wird.

Zuletzt bekannt und – teils auch in Mitteleuropa in guter Qualität – gehört wurden 2017 Übertragungen des Tibet-Programms von RFA; seinerzeit 13.00-16.00 Uhr auf 15745 kHz und 3.00-5.00 Uhr auf 17750 kHz. Danach gab es entweder keine weiteren Ausstrahlungen mehr, oder sie werden jetzt erfolgreich hinter fingierten Standortangaben versteckt.

An sich wäre die Sendemöglichkeit aus der Mongolei für RFA jetzt sogar von noch größerem Nutzen, nachdem die Kurzwellenanlagen auf den Nördlichen Marianen im Oktober 2018 schwere Sturmschäden erlitten.

Die Kurzwellenantennen in Khonkhor:

Vor Jahren nutzte Radio Free Asia auch einen Mittelwellensender in Tschojbalsan für sein koreanisches Programm, blieb mit dem in Nordkorea erreichten Ergebnis aber unzufrieden. Diese Notlösung erübrigte sich schließlich, als sich für RFA die Möglichkeit eröffnete, auf Mittelwelle aus Südkorea zu senden.

Von 2016 bis 2018 gab es dann Übertragungen des japanischen Shiokaze-Projekts, der BBC und von Adventist World Radio. Diese drei Veranstalter haben die Mittelwellensendungen für Korea inzwischen jedoch wieder ersatzlos aufgegeben, nachdem die Nutzung des Senders in Tschojbalsan zu kostspielig war.

Die betreffende Sendeanlage ist eigentlich für Ausstrahlungen nach China ausgelegt. Diese werden aber, nachdem eine Verschleierung des Standorts hier unmöglich ist, von der mongolischen Seite nicht zugelassen, um keine Verwicklungen mit Peking zu riskieren.

 

Autor: Kai Ludwig; Stand vom 01.05.2019