4895 und 7260 kHz

Mongolische Inlandskurzwellen wieder eingeschaltet

In den letzten Monaten schien es bereits, als hätte der Mongolische Rundfunk die ergänzende Nutzung von Kurzwellenfrequenzen für die Inlandsversorgung beendet. Nun wurden die Sender auf 4895 und 7260 kHz aber doch wieder eingeschaltet.

Mörön
Blick auf die Stadt Mörön | © Yaan, CC-BY-SA

Ausgestrahlt wird hier das Zweitprogramm von MR. Ohne die zusätzliche Übertragung auf Kurzwelle wäre es terrestrisch nur in Ulan Bator und eventuell noch im unmittelbaren Stadtgebiet weniger weiterer Orte zu hören.

Eigentlich handelt es sich dabei um das dritte Programm. Das nominell zweite, speziell für Sendungen in Minderheitensprachen bestimmte Programm wurde im Oktober 2017 „ausgesetzt“.
 

Die Frequenz 4895 kHz kommt aus Mörön (Murun) im Norden der Mongolei. Die Frequenz 7260 kHz wird von der Sendestation Khonkhor bei Ulan Bator betrieben. Morgendlicher Sendebeginn dürfte in beiden Fällen um 1.00 Uhr MESZ sein (ein Empfang am späten Nachmittag ist in Europa auf die dunkle Jahreszeit beschränkt).

In der Vergangenheit waren über die primär auf Mittel- und Langwelle aktiven Sendestationen in der Mongolei nicht weniger als zehn Kurzwellensender verstreut, die auf Frequenzen im 75- und 60-Meterband arbeiteten. Diese Sender dürften inzwischen endgültig stillgelegt bzw. nicht mehr betriebsfähig sein.

Als Ersatz wurden 2003 neue Geräte aus Japan beschafft. Neben den Sendern auf 4895 und 7260 kHz (letztere Frequenz ersetzte die früher genutzte 4850 kHz) wurde eine weitere Anlage für die Frequenz 4830 kHz nach Altai geliefert. Sie schweigt aber seit längerem und ging auch jetzt nicht wieder in Betrieb.

Sendestation Mörön; schwach zu erahnen die beiden Masten der Kurzwellenantenne, nach rechts abgehend die Speiseleitung zur Mittelwellenantenne 882 kHz:

Die Sendestation Khonkhor verfügt darüber hinaus über einen leistungsfähigen (250 kW) Sender und die zu dessen Betrieb erforderlichen Antennen.

Damit verbreitet MR einen zwei Stunden langen Block von Auslandssendungen in Mongolisch, Englisch, Chinesisch und Japanisch. Er läuft ab 11.00 Uhr auf 12035 kHz und ab 16.00 Uhr auf 12015 kHz (Zeiten wiederum nach MESZ, im hiesigen Winterhalbjahr also jeweils eine Stunde früher).

Ein weiterer Nutzer dieses Senders ist oder war das US-amerikanische Radio Free Asia mit seinem Tibet-Programm. Diese Ausstrahlungen werden (wurden) in klandestiner Manier abgewickelt, nach letztem bekanntem Stand von 13.00 bis 16.00 Uhr auf 15745 kHz und von 3.00 bis 5.00 Uhr auf 17750 kHz.

2017 bot die Frequenz 15745 kHz die beste Möglichkeit überhaupt, um terrestrische Ausstrahlungen aus der Mongolei in Europa zu hören. Die von einigen Kurzwellenfreunden begehrte Bestätigung des Senderstandorts durch eine sogenannte QSL-Karte ist dafür allerdings in keinem Fall zu erhalten.

Die Kurzwellenantennen in Khonkhor:

Vor Jahren nutzte Radio Free Asia darüber hinaus einen Mittelwellensender in Tschojbalsan für sein koreanisches Programm, blieb mit dem in Nordkorea erreichten Ergebnis aber unzufrieden. Diese Notlösung erübrigte sich dann, als RFA die Möglichkeit für Übertragungen aus Südkorea erhielt.

Die betreffende Sendeanlage ist eigentlich für Ausstrahlungen nach China ausgelegt. Diese werden aber offensichtlich von der mongolischen Seite nicht zugelassen, um keine Verwicklungen mit Peking zu riskieren.

Für koreanischsprachige Programme genutzt wird der Sender dafür inzwischen von der BBC und von Adventist World Radio. Diese beiden Veranstalter haben im Gegensatz zu RFA keinen Zugriff auf südkoreanische Mittelwellen.

 

Autor: Kai Ludwig; Stand vom 21.04.2018