Ziel sportlicher Empfangsversuche

Mongolei auf Kurzwelle

Recht übersichtlich geworden ist die Palette der Kurzwellen-Hörfunksignale aus der Mongolei: Die Frequenzen 4895 und 7260 kHz für Inlandsprogramme sowie täglich vier Stunden Auslandsprogramm auf 12085 bzw. 12015 kHz.

Mörön
Blick auf die Stadt Mörön | © Yaan, CC-BY-SA

Von den einst sechs Frequenzen im 60-Meterband konnte seit 2019 nur noch 4895 kHz, abgestrahlt aus Mörön (Murun) im Norden der Mongolei, durch Empfangsbeobachtungen bestätigt werden. Auch dieser Sender scheint nur noch unregelmäßig zu laufen.

Aussichten, das Signal in Europa zu hören, bestehen (insbesondere in der kalten Jahreszeit) ab der morgendlichen Einschaltung des Senders. Diese geschah zuletzt üblicherweise um 1.00 Uhr MESZ (0.00 Uhr MEZ). Übertragen wird meist das auch auf Langwelle ausgestrahlte Hauptprogramm, Mongolyn Radio.

Sendestation Mörön; schwach zu erahnen die beiden Masten der Kurzwellenantenne, nach rechts abgehend die Speiseleitung zur Mittelwellenantenne 882 kHz:

Unregelmäßig zwischen etwa 1.00 und 17.00 Uhr MESZ (0.00-16.00 Uhr MEZ) in Betrieb ist auch die Frequenz 7260 kHz, abgestrahlt von der Sendestation Khonkhor bei Ulan Bator. Hier läuft das sonst nur auf wenigen UKW-Stadtfrequenzen verbreitete zweite Hörfunkprogramm, R3 FM (das eigentliche zweite Programm wurde 2017 „ausgesetzt“).

Aus Khonkhor kommen auch die terrestrischen Übertragungen der Stimme der Mongolei. Es handelt sich um zwei Programmblöcke aus Sendungen in Mongolisch, Englisch, Chinesisch und Japanisch; von 11.00 bis 13.00 Uhr MESZ auf 12085 kHz und von 16.00 bis 18.00 Uhr auf 12015 kHz (nach MEZ wiederum jeweils eine Stunde früher).

Neben den Auslandssendungen werden auch die Inlandsprogramme aus Ulan Bator online verbreitet. Somit auch in Europa greifbar ist unter anderem das Fernsehprogramm in englischer Sprache, MNB World.

Die Kurzwellenantennen in Khonkhor:

Wahrscheinlich Geschichte sind inzwischen die Ausstrahlungen ausländischer Veranstalter über die AM-Sender in der Mongolei.

Dabei ging es einerseits um einen Mittelwellensender bei Tschojbalsan, der wie die 1989 fertiggestellte Zusatzanlage in Wachenbrunn bei Themar eigentlich für Radio Moskau bestimmt war, für diesen Zweck aber nicht mehr in Betrieb genommen wurde.

Programme für China, das ursprünglich von der sowjetischen Seite vorgesehene Zielgebiet, dürfen dabei generell nicht abgestrahlt werden, da man in Ulan Bator keine Verwicklungen mit der Volksrepublik riskieren will. Als einziges interessantes, allerdings schon recht weit entferntes Zielgebiet bleibt damit Nordkorea.

Vor Jahren gab es solche Sendungen von Radio Free Asia, das mit der erreichten Empfangsqualität aber unzufrieden blieb und diese Option deshalb nicht weiter verfolgte, nachdem sich die Möglichkeit eröffnete, auf Mittelwelle zunächst aus Wladiwostok und heute aus Südkorea zu senden.

Von 2016 bis 2018 folgten dann noch das japanische Shiokaze-Projekt, die BBC und Adventist World Radio. Diese drei Veranstalter haben die Mittelwellensendungen für Korea inzwischen jedoch wieder ersatzlos aufgegeben, da die Nutzung des Senders Tschojbalsan zu kostspielig war.

MW-Sender 1000 kW auf der Sendestation bei Tschojbalsan (PR-Foto des Betreibers)

Im Gegensatz zur Mittelwelle ist es auf Kurzwelle deutlich schwieriger, einem Land die Ausstrahlung eines bestimmten Rundfunkprogramms nachzuweisen. Deshalb gab es in Khonkhor tatsäcklich Sendungen von Radio Free Asia nach China, insbesondere für bis zu fünf Stunden pro Tag nach Tibet.

Die Sendungen von RFA aus Khonkhor sind aber entweder 2017 entfallen oder aber konnten seitdem selbst vor den kundigen Beobachtern hinter fingierten Standortangaben versteckt werden.

 

Autor: Kai Ludwig; Stand vom 27.04.2020