Nach einem Jahr

China Radio International wieder aus Mali

Nach einer Unterbrechung von fast einem Jahr werden wieder Programme von China Radio International aus Mali abgestrahlt. Die Zeit seit April 2018 scheint für eine Rekonstruktion der Sendetechnik genutzt worden zu sein, denn die erzeugten Signale sind jetzt deutlich stärker als zuvor.

Mali
© Sammlung University of Texas

Momentan ist der Betrieb noch unregelmäßig. Der geplante Ablauf sieht insgesamt so aus (bezogen auf MEZ; aus hiesiger Sicht ergeben sich ab 31. März dann jeweils eine Stunde spätere Sendezeiten):

09.00-09.57 Uhr: 7295 kHz; Haussa
15.00-16.57 Uhr: 13685 und 17630 kHz; Englisch
17.00-17.57 Uhr: 15125 und 17880 kHz; Arabisch
18.00-18.57 Uhr: 13645 und 15125 kHz; Suaheli
19.00-19.27 Uhr: 11640 und 13645 kHz; Haussa
19.30-20.27 Uhr: 11640 und 13685 kHz; Arabisch
20.30-22.27 Uhr: 11640 und 13630 kHz; Portug., Engl.
22.30-23.27 Uhr: 11975 und 13630 kHz; Französisch
23.30-23.57 Uhr: 11975 und 15505 kHz; Chinesisch
00.00-00.57 Uhr: 7295 kHz; Chinesisch

Abzuwarten bleibt, ob es eventuell später auch wieder nächtliche Sendungen nach Nord- und Südamerika sowie eine periphere Versorgung von Europa (einst praktiziert mit dem Programm in Serbokroatisch) geben wird. Diese Ausstrahlungen waren vor einigen Jahren entfallen.

Die Sendungen des damaligen Radio Peking aus Mali begannen 1987. Dafür soll China zwei Siemens-Sender bereitgestellt haben. Aufgebaut wurden diese Sender wohl zusammen mit den passenden Antennen auf einer ganz der Kurzwelle vorbehaltenen Sendestation in Kati, einige Kilometer nordwestlich von Bamako:

Kurzwellenantennen der einschlägigen Abstrahlrichtungen gibt es allerdings auch auf der universellen Sendestation zwischen Bamako und Kati. Die Bauart deutet hier auf einen Zusammenhang mit der Lieferung von vier weiteren Kurzwellensendern in den 90er Jahren. Diese Sender hatte die chinesische Seite in den USA gekauft.

Vom Ausbau der Sendetechnik für Radio Peking profitierte der Gastgeber RTM (heute ORTM) auch selbst. Sein Hörfunkprogramm war nun abends auf 4783 und insbesondere 4835 kHz bis nach Europa gut zu hören.

Diese Frequenzen sind schon seit vielen Jahren verschwunden. Für das Eigenprogramm kam auf Kurzwelle nur noch ein Sender zum Einsatz; morgens und abends auf 5995 kHz, tagsüber auf 9635 kHz. In den letzten Monaten war nun auch davon nichts mehr zu hören.

Auch dies scheint jedoch seinen Hintergrund in der offensichtlichen Rekonstruktion der Sendetechnik zu haben: Im Februar wurden bereits kurzzeitige Einschaltungen der Frequenz 9635 kHz beobachtet, bei der sich Signalstärke und -qualität gegenüber dem zuletzt bekannten Zustand ebenfalls erheblich verbessert hatten.

 

Autor: Kai Ludwig, mit Informationen von Ivo Ivanov; Stand vom 04.03.2019