Iran

IRIB-Nachtsendungen im Ramadan

Auch 2020 hält der iranische Rundfunk IRIB an einer langjährigen Praxis fest: Während des Ramadan gibt es zusätzliche Sendungen des Auslandshörfunks in den Stunden des nächtlichen Fastenbrechens.

Sender Kiashahr
Strand von Kiashahr mit den Mittelwellenmasten | © Panoramio

Bestimmte Frequenzdatenbanken enthalten dabei offenbar einen Eingabefehler. Sollte das die Monatsangabe betreffen, würden die zusätzlichen Ausstrahlungen über die Kurzwellenstation Sirdschan erst am 25. April beginnen.

21.53-05.20 Uhr: 7295 kHz; Aserbaidschanisch
23.23-00.50 Uhr: 6110 kHz; Tadschikisch
00.53-01.50 Uhr: 7325 kHz; Kurdisch
02.23-03.20 Uhr: 6160 kHz; Türkisch

Besonders bemerkenswert wäre die großflächige Sendung auf 7295 kHz: Ansonsten werden, seit die Sendestation Karadsch/Kamalabad ihren Betrieb 2016 eingestellt hat, die Programme in aserbaidschanischer Sprache nicht mehr auf Kurzwelle übertragen.

[Nachtrag: Diese Sendung wird tatsächlich ausgestrahlt, wobei es für die ersten Stunden zu einer Frequenzänderung kam: Bis 0.50 Uhr läuft der Sender nun auf 7205 kHz.]

Davon unberührt blieb deren Verbreitung auf Mittelwelle. Dafür eingesetzt wird unter anderem der Sender Kiashahr am Kaspischen Meer, der auch noch Moskau in fast brauchbarer Qualität erreicht:

Stand vom 23.04.2020



Für Beginn und Ende des Ramadan zentral ist die erste Sichtung des zunehmenden Mondes als „Neulicht“.

Hierzu gab es in der Astronomie über lange Zeit die Lehrmeinung über ein sogenanntes Danjon-Limit: Einen Abstand des Mondes zur Sonne von 7 Grad, bei dessen Unterschreitung die Mondsichel verschwinde.

Schließlich kam Amateurastronomen die Idee, sich das einmal etwas genauer anzuschauen. Wie ihre Beobachtungen zeigen, bleiben – dann natürlich extrem kleine – Bereiche der von der Erde aus sichtbaren Mondoberfläche teils sogar die Neumondphase hindurch beleuchtet und nachweisbar:

Extrem dünne Mondsichel am 15. Juni 2007, Weltrekord!
(„2 Stunden 41 Minuten nach geozentrischem Neumond. Der Mond hatte eine Elongation von 4.75°.“)

World record crescent imaging on 5 May 2008
(„90° arc is visible, less than 3.5 hours before conjunction, at an elongation of 4.72° [...] So much for the Danjon limit. [...] 14:13 (UT+2), only 5 minutes from geocentric conjunction, at an elongation of 4.58°. [...] 15:02 (UT+2), some 44 minutes after geocentric conjunction. The rotation of the crescent is well visible [...] The crescent at 15:50 (UT+2). The orientation of the crescent has changed visibly.“)

 

Autor: Kai Ludwig, mit Informationen von Ivo Ivanov